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Häufig gestellte Fragen zur Umsatzsteuer

Haben Sie Fragen zur Umsatzsteuer? Im nachfolgenden FAQ-Abschnitt finden Sie eine Auflistung allgemeiner Fragen. Können Sie keine Antworten auf Ihre Fragen finden? Besuchen Sie unser Verkäuferforum oder kontaktieren Sie den Verkäuferservice (Zugang zu Seller Central erforderlich).

1. Umsatzsteuer in der EU

1.1 Was die Umsatzsteuer ist und wie sie funktioniert

Was ist die Umsatzsteuer?
Die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) ist eine Verbrauchssteuer. Sie wird auf geschäftliche Transaktionen, Importe und den Warenverkehr zwischen EU-Ländern erhoben.
Wie wird die Umsatzsteuer berechnet und erstattet?
Um Umsatzsteuer in Rechnung stellen zu können, müssen Sie umsatzsteuerlich registriert sein und eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) erhalten haben (s. den nachfolgenden Abschnitt zu den Anforderungen der Umsatzsteuerregistrierung)

Sobald Sie umsatzsteuerlich registriert sind, unterliegen Sie dem Umsatzsteuerrecht des Landes, in dem Sie registriert sind. Dies bedeutet normalerweise, dass Sie (wo zutreffend) bei Ihren Verkäufen die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) mit in Rechnung stellen und diese Umsatzsteuer auf einer rechtskonformen Rechnung ausweisen müssen (bitte wenden Sie sich bezüglich spezifischem Rat zu den Anforderungen der Rechnungsstellung an Ihren Steuerberater).

Der Umsatzsteuerbetrag, den Sie Ihren Kunden berechnet haben und einer lokalen Steuerbehörde schuldig sind, kann mit der Umsatzsteuer verrechnet werden, die bei Ihren geschäftlichen Käufen bzw. Kosten angefallen ist (bitte informieren Sie sich bei einem Steuerberater darüber, auf welche Ausgaben die Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer rückvergütet werden kann). Wenn Ihnen zum Beispiel bei einem Kauf deutsche Umsatzsteuer einschließlich Einfuhrumsatzsteuer berechnet wurde, können Sie diesen Betrag in einer deutschen Umsatzsteuererklärung mit der Umsatzsteuer verrechnen, die auf Ihre deutschen Verkäufe anfällt.

Der an die Steuerbehörde zu zahlende Umsatzsteuerbetrag ist der Nettowert Ihrer deutschen Ausgangsumsatzsteuer (auf Verkäufe) abzüglich des Betrags Ihrer deutschen Eingangsumsatzsteuer bzw. Vorsteuer (Käufe), der erstattungsfähig ist.

Denken Sie bitte daran, sich über die Umsatzsteuermeldepflichten und die Anforderungen zur Rechnungsstellung mit Umsatzsteuer in jedem Land, in dem Sie sich registrieren, zu informieren. Obwohl diese Anforderungen ähnlich sind, kann es doch beträchtliche Unterschiede geben. Bitte beachten Sie den nachfolgenden Abschnitt 1.5 bezüglich der Rechnungsstellung mit Umsatzsteuer.
Wie hoch sind die Umsatzsteuersätze?
Gemäß EU-Recht muss der Standard-USt-Satz mindestens 15 % und der ermäßigte USt-Satz mindestens 5 % betragen. Die tatsächlich geltenden Steuersätze unterscheiden sich zwischen den verschiedenen EU-Ländern und zwischen bestimmten Produktarten. Außerdem haben bestimmte EU-Länder separate Regelungen in bestimmten Bereichen beibehalten.

Die zuverlässigste Informationsquelle zum aktuellen USt-Satz für ein bestimmtes Produkt in einem bestimmten Land der EU ist die Umsatzsteuerbehörde des betreffenden Landes. Möglicherweise werden Sie die Hilfe eines Steuerberaters benötigen, um den anzuwendenden Umsatzsteuersatz zu ermitteln.
Muss ich mich in mehreren Ländern umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Waren in mehreren EU-Ländern lagern, in diese Länder transferieren oder in diesen Ländern verkaufen, müssen Sie sich möglicherweise auch in diesen Ländern für die Umsatzsteuer registrieren. Falls dies zutrifft, müssen Sie möglicherweise in mehr als einem Land Umsatzsteuererklärungen abgeben.

Die Anforderungen der umsatzsteuerlichen Registrierung in mehreren Ländern sind komplex. Wir empfehlen Ihnen daher, sich an einen Steuerberater zu wenden, insbesondere wenn Sie Waren in mehr als einem EU-Land lagern oder im grenzüberschreitenden Fernabsatz bzw. Distanzhandel tätig sind (s. den nachfolgenden Abschnitt).
Wie wird eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer ausgestellt?
In vielen EU-Ländern erwarten Kunden eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer-Rechnung). Sie können gemäß Umsatzsteuergesetzgebung des Landes, aus dem Sie Ihre Waren versenden und in dem der Kunde ansässig ist, zur Ausstellung eine Mehrwertsteuer-Rechnung verpflichtet sein – und die Erwartungen der Kunden gehen normalerweise über gesetzliche Anforderungen hinaus. Zum Beispiel erwarten Kunden in Deutschland und Italien oft eine Rechnung für hochwertige Artikel.
Wie beantrage ich generell eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in der EU?
Wenn Sie Ihre Produkte in der EU verkaufen, müssen Sie Ihren Kunden möglicherweise Umsatzsteuer in Rechnung stellen. Ist dies der Fall, müssen Sie eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragen, Umsatzsteuererklärungen abgeben und die von Ihren Kunden erhobene Umsatzsteuer an die Steuerbehörde abführen.

In den meisten Ländern der EU können Sie sich auf der Website der Steuerbehörde online für das jeweilige Land registrieren. Die meisten dieser Websites bieten die Informationen zur Umsatzsteuer auch in Englisch an. Auf den Websites ist üblicherweise ein Online-Registrierungsformular oder ein PDF-Formular verfügbar, das Sie herunterladen, ausfüllen und per Post zurücksenden können. Falls die Online-Registrierung nicht möglich ist, können Sie herausfinden, wohin Sie sich wenden müssen, um eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer zu beantragen. Nachdem Sie eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragt haben, werden Sie eventuell Formulare erhalten, die Sie unterschreiben und auf dem Postweg zurücksenden müssen.

Die umsatzsteuerliche Registrierung kann verschiedene Konformitätspflichten, wie zum Beispiel die Abgabe von Umsatzsteuererklärungen und die Ausstellung rechtskonformer Rechnungen mit ausgewiesener Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer-Rechnungen), zur Folge haben.

1.2 Umsatzsteuerkonzepte

Was bedeutet „Fernabsatz von Waren“?
Fernabsatz findet statt, wenn Sie Waren aus einem EU-Land an Privatpersonen in einem anderen EU-Land verkaufen und liefern. Gemäß den allgemeinen Umsatzsteuerregelungen der EU unterliegen solche Warenverkäufe dem Umsatzsteuersatz des Landes, aus dem verkauft und versandt wird. Dies widerspricht den Grundlagen der Umsatzsteuer, nach denen die Umsatzsteuer im Land des Verbrauchers erhoben werden sollte. Die Umsatzsteuerregelungen für den grenzüberschreitenden Fernabsatz stellen sicher, dass die Umsatzsteuer im Land des Verbrauchers erhoben wird, sobald die B2C-Verkäufe in ein EU-Land (aus einem anderen EU-Land) einen bestimmten Wert überschreiten.

Dieser Wert, der auch als Schwellenwert für den grenzüberschreitenden Fernabsatz oder Fernabsatz-Schwellenwert bezeichnet wird, ist ein Wert in Euro, der von jedem EU-Land festgelegt wird. Wenn Ihre Fernabsatz-Umsatzerlöse den Schwellenwert des Landes überschreiten, müssen Sie sich in diesem Land umsatzsteuerlich registrieren und die dortige Umsatzsteuer in Rechnung stellen. Gemäß den Regelungen für den grenzüberschreitenden Fernabsatz können Sie sich dazu entscheiden, vom Beginn Ihrer Verkaufsaktivitäten an die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes zu berechnen. Beispiel: Wenn Sie Waren in Deutschland lagern und diese an Privatkunden in Frankreich verkaufen, müssen Sie den Fernabsatz-Schwellenwert in Frankreich berücksichtigen, unabhängig davon, ob sich Ihr Geschäftssitz außerhalb der EU befindet. Der Unterschied beim Geschäftssitz wirkt sich nur auf die Anforderungen der umsatzsteuerlichen Registrierung in Deutschland aus, d. h. wenn Sie Waren in Deutschland lagern, unterliegen Sie denselben Regelungen bezüglich Umsatzsteuererklärungen wie ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland.

Um zu ermitteln, ob Sie sich gemäß den Fernabsatz-Regelungen umsatzsteuerlich registrieren müssen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater zu wenden.
Was bedeutet „Geschäftssitz“?
Der Geschäftssitz umfasst:
  • den Hauptgeschäftssitz, d. h. die Adresse, von der aus Sie Ihre täglichen Geschäftsaktivitäten abwickeln, oder
  • eine feste Niederlassung – dabei kann es sich um ein Büro (ein anderes als der Hauptgeschäftssitz), das Büro eines Vertreters oder ein Lager handeln, in dem Sie Waren für den Verkauf lagern.
Wir empfehlen Ihnen, sich an einen Steuerberater mit Erfahrungen in der deutschen Umsatzsteuer zu wenden, um zu verstehen, ob Sie einen Geschäftssitz in Deutschland haben.
Was ist ein B2C-Kunde (Privatperson)?
Für die Zwecke dieser FAQs betrachten wir einen B2C-Kunden als eine Person, die nicht umsatzsteuerlich registriert oder zu dieser Registrierung verpflichtet ist. Dazu zählen Privatpersonen, öffentliche Einrichtungen, Wohltätigkeitsorganisationen und Unternehmen, die nicht registriert sind, weil ihr Umsatz unter der Schwelle für die Umsatzsteuerregistrierung liegt oder deren Aktivitäten vollständig von der Umsatzsteuer befreit sind (z. B. eine Gesundheitsbehörde) oder außerhalb des Anwendungsbereichs der Umsatzsteuer liegen (z. B. eine Körperschaft des öffentlichen Rechts).
Was ist ein B2B-Kunde?
Für die Zwecke dieser FAQs betrachten wir einen B2B- oder Geschäftskunden als eine juristische oder natürliche Person, die Waren und Leistungen im Zusammenhang mit ihren umsatzsteuerpflichtigen Geschäftsaktivitäten kauft. Zu umsatzsteuerpflichtigen Geschäftsaktivitäten zählen unter anderem:
  • Weiterverkauf erworbener Waren und/oder Leistungen an eigene Kunden
  • Verwendung der Waren und/oder Leistungen im eigenen Produktionsprozess (Fertigung)
  • Verwendung der Waren und/oder Leistungen im eigenen Büro für Geschäftszwecke
Für die Zwecke dieser FAQs gehen wir davon aus, dass ein B2B-Kunde Ihnen seine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer nennen kann.

2. Umsatzsteuer in Deutschland

2.1 Wie funktioniert die deutsche Umsatzsteuer?

How do I issue a UK VAT invoice?
Wenn Sie eine deutsche Mehrwertsteuer-Rechnung ausstellen müssen, muss diese gemäß rechtlicher Vorschriften ein Minimum an Informationen enthalten. Diese Informationen sind:
  • Name und Adresse des Lieferanten;
  • Name und Adresse des Empfängers der Lieferung;
  • Ausstellungsdatum der Rechnung;
  • Rechnungsnummer (fortlaufende Nummerierung);
  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) des Lieferanten und des Kunden, sofern Letzterer umsatzsteuerlich registriert ist;
  • Menge und Handelsbezeichnung der gelieferten Waren oder Dienstleistungen;
  • Datum (mindestens den Kalendermonat) der Lieferung und Datum des Eingangs von Anzahlungen (falls bekannt);
  • das Entgelt (Nettobetrag ohne Umsatzsteuer), aufgeschlüsselt nach Posten mit Standard- und ermäßigtem Umsatzsteuer-Satz sowie Steuerbefreiung;
  • Preisnachlass (falls zuvor vereinbart); und
  • der Umsatzsteuerbetrag mit angewandtem USt-Satz oder, falls eine Steuerbefreiung vorliegt, ein Hinweis darauf, dass das Entgelt von der Umsatzsteuer befreit ist (z. B. im Fall der innergemeinschaftlichen Lieferung oder der Exportlieferung von Waren).
Welches Finanzamt kontaktiere ich für die Einhaltung der Umsatzsteuervorschriften in Deutschland?
Entsprechend der deutschen Umsatzsteuerverordnung finden Sie die Liste der lokal verantwortlichen Finanzämter für die Umsatzsteuer ausländischer Unternehmer hier
Wann stelle ich die Umsatzsteuer deutschen Kunden in Rechnung?
Wenn Sie in Deutschland umsatzsteuerlich registriert sind und Waren im Inland verkaufen, müssen Sie Ihren Kunden die deutsche Umsatzsteuer in Rechnung stellen (s. den nachfolgenden Abschnitt bezüglich der USt-Sätze, die Sie gegebenenfalls berechnen müssen). Dies wird auch als Ausgangsumsatzsteuer bezeichnet.

Wenn Sie an einen Geschäftskunden (B2B-Kunden) in Deutschland verkaufen, sind Sie verpflichtet, eine zum Umsatzsteuergesetz konforme Rechnung auszustellen (s. den obigen Abschnitt bezüglich Details zu Umsatzsteuer-Rechnungen). Wenn Sie an private Verbraucher (B2C-Kunden) verkaufen, sind Sie rechtlich nicht verpflichtet, für inländische Lieferungen in Deutschland eine rechtskonforme Umsatzsteuer-Rechnung auszustellen; es ist jedoch gängige Praxis, eine solche Rechnung auf Anfrage bereitzustellen. Im Fall des grenzüberschreitenden Fernabsatzes an deutsche Privatkunden (aus Lagerbestand in einem anderen EU-Land) ist immer eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer erforderlich.

Die Umsatzsteuer, die Sie auf Ihre Verkäufe erheben, wird dem lokalen Finanzamt mittels einer Umsatzsteuererklärung mitgeteilt, die normalerweise vierteljährlich eingereicht wird. Der Umsatzsteuerbetrag, den Sie dem lokalen Finanzamt schuldig sind, kann mit der Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer verrechnet werden, die bei Ihren Käufen/Kosten anfällt (d h. wo Ihnen deutsche Umsatzsteuer einschließlich Einfuhrumsatzsteuer berechnet wurde). Dies wird auch als Eingangsumsatzsteuer bezeichnet. Der an das Finanzamt zu zahlende Umsatzsteuerbetrag ist der Nettowert Ihrer Ausgangsumsatzsteuer abzüglich des Betrags der Eingangsumsatzsteuer, der erstattungsfähig ist.

Die vorstehenden Informationen bieten einen eingeschränkten, allgemeinen Überblick. Wir empfehlen Ihnen, sich bezüglich der Erstellung und Einreichung Ihrer Umsatzsteuererklärungen an einen Steuerberater zu wenden.
Wie berechne ich die Umsatzsteuer bei Rechnungen an Privatkunden außerhalb Deutschlands?
Wenn Sie Waren grenzüberschreitend aus einem Lagerbestand in Deutschland an Privatkunden (B2C-Kunden) in anderen EU-Ländern verkaufen (Beispiel: Sie verkaufen aus Deutschland in ein anderes Land der EU) und im Land des Empfängers noch nicht umsatzsteuerlich registriert sind, haben Sie die deutsche Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen. In diesem Fall müssen Sie die Umsatzsteuer in gleicher Weise berechnen und melden wie für Ihre inländischen Verkäufe (s. den obigen Abschnitt). Bitte beachten Sie, dass Sie für grenzüberschreitende Verkäufe, die der deutschen Umsatzsteuer unterliegen, immer eine zum deutschen Umsatzsteuergesetz konforme Rechnung ausstellen müssen.

Wenn Sie jedoch in einem anderen EU-Land den Schwellenwert für den grenzüberschreitenden Fernabsatz überschreiten, müssen Sie sich in diesem Land für die Umsatzsteuer registrieren. Das bedeutet, dass Sie bei dieser Art von Verkäufen nicht mehr die deutsche Umsatzsteuer, sondern die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes in Rechnung stellen müssen. Wenn Sie zum Beispiel Waren in Deutschland lagern und mit dem Verkauf dieser Artikel an Privatkunden in Frankreich beginnen, müssen Sie die deutsche Umsatzsteuer berechnen. Sobald deutlich wird, dass Sie den Fernabsatz-Schwellenwert in Frankreich überschreiten werden, müssen Sie bei den französischen Steuerbehörden einen Antrag auf umsatzsteuerliche Registrierung in Frankreich stellen. Sie müssen dann bei Verkäufen an Privatkunden in Frankreich die französische Umsatzsteuer berechnen (d. h. französische Umsatzsteuer-Rechnungen ausstellen und französische Umsatzsteuererklärungen einreichen).

Im Rahmen des Fernabsatzes bzw. Distanzhandels können Sie sich auch dazu entscheiden, Ihre Verkäufe im Bestimmungsland der Lieferungen zu versteuern (bevor Sie den Fernabsatz-Schwellenwert überschreiten). Wird diese Wahl getroffen, muss die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes erhoben werden (statt der deutschen Umsatzsteuer) und es gelten dann die Anforderungen dieses Landes in Bezug auf die Rechnungsstellung.

Wenn Sie die Waren vor dem Verkauf im EU-Land des Verbrauchers lagern, gilt dies nicht als Fernabsatz. Ein Beispiel: Wenn Sie an französische Kunden verkaufen und diese Käufer mit Waren beliefern, die schon in Frankreich lagern, tätigen Sie einen Inlandsverkauf in Frankreich und müssen sich folglich in Frankreich umsatzsteuerlich registrieren.
Wie berechne ich die Umsatzsteuer bei Rechnungen an Geschäftskunden in anderen EU-Ländern außerhalb Deutschlands?
Wenn Sie an Geschäftskunden (B2B-Kunden) in einem anderen EU-Land verkaufen, müssen Sie keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen, wenn eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt ist. In Deutschland sind dies folgende Voraussetzungen, wie auf der Website der Steuerbehörde ausgeführt:
  • Für Lieferung aus Deutschland an einen Kunden in einem anderen EU-Land beträgt die Umsatzsteuer 0 %, wo:
  • Sie auf Ihrer Umsatzsteuer-Rechnung die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer Ihres Kunden einschließlich der aus 2 Buchstaben bestehenden Landeskennung angeben und
  • die Waren aus Deutschland an einen Zielort in einem anderen EU-Land gesendet oder transportiert werden und
  • Sie einen rechtsgültigen kommerziellen Nachweis erhalten und aufbewahren, aus dem hervorgeht, dass die Waren innerhalb der vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) festgelegten Fristen Deutschland verlassen haben.
Es gibt eine Anzahl weiterer Voraussetzungen, die zu erfüllen sind, wie zum Beispiel zusätzliche spezifische Anforderungen bezüglich der Rechnungsstellung. Deshalb empfehlen wir Ihnen, einen Steuerberater zu konsultieren, bevor Sie Verkäufe an Geschäftskunden in einem anderen Land der EU tätigen.

Außerdem müssen weitere ergänzende Dokumente eingereicht werden, wie zum Beispiel eine Zusammenfassende Meldung (ein regelmäßiger Bericht an die Steuerbehörde, in dem die gesamten innergemeinschaftlichen Verkäufe aus Deutschland an umsatzsteuerlich registrierte Kunden in anderen EU-Ländern aufgeführt werden).
Nach welchem Verfahren kann die deutsche Umsatzsteuer zurückgefordert werden?
Sobald Sie umsatzsteuerlich registriert sind und Sie im Zuge Ihrer geschäftlichen Aktivitäten deutsche Umsatzsteuer entrichten, können Sie diese Umsatzsteuer über Ihre Umsatzsteuererklärung rückvergütet bekommen, d. h. die bei Ihren Käufen/Kosten angefallene Umsatzsteuer kann mit der Umsatzsteuer verrechnet werden, die für Ihre Verkäufe fällig ist. Umsatzsteuer, die auf Kosten anfällt, wird Eingangsumsatzsteuer genannt. Es besteht die Möglichkeit der Umsatzsteuererstattung außerhalb des deutschen USt-Erstattungsprozesses, wenn Sie keinen Geschäftssitz in Deutschland haben und sich nicht in Deutschland registrieren müssen. Falls dies auf Sie zutrifft, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater zu wenden, um Einzelheiten bezüglich der zu erfüllenden Formalitäten zu erfahren.
Welche Umsatzsteuersätze gelten in Deutschland?
Wenn Sie Waren in Deutschland verkaufen, hängt der Prozentsatz der Umsatzsteuer von der Art der von Ihnen verkauften Waren ab. Derzeit sind die geltenden Umsatzsteuersätze 19 %, 7 % oder 0 %. Es sollte jedoch angemerkt werden, dass die überwiegende Mehrheit der in Deutschland verkauften Waren dem Steuersatz von 19 % unterliegt. Bitte wenden Sie sich an Ihren Steuerberater, wenn Sie nicht sicher sind, welchen Steuersatz Sie bei Ihren Produkten anwenden müssen.

2.2. Unternehmen, die außerhalb der EU ansässig sind

Ich verkaufe Produkte von außerhalb der EU in ein EU-Land (ich habe keinen Geschäftssitz in der EU und ich lagere keine Waren in der EU). Muss ich mich umsatzsteuerlich registrieren?
Falls Sie Waren in die EU für den Weiterverkauf importieren, müssen Sie Einfuhrumsatzsteuer (und möglicherweise Einfuhrzoll) an die Steuerbehörden des Landes abführen, in das die Waren eingeführt werden. Bitte beachten Sie, dass Sie sich umsatzsteuerlich registrieren müssen, wenn Sie Waren in einem EU-Land lagern. Es gibt viele Möglichkeiten, die Einfuhrumsatzsteuer zu strukturieren und zu bezahlen. Falls Sie hierzu eine ausführlichere Beratung benötigen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater mit Erfahrungen in der deutschen Umsatzsteuer zu wenden.

Tipp: Wenn Sie auf mehreren europäischen Amazon Marketplace-Sites verkaufen, beachten Sie bitte, dass Sie in verschiedenen EU-Ländern umsatzsteuerpflichtig sein können und daher möglicherweise verschiedene Umsatzsteuer-Identifikationsnummern in verschiedenen Ländern beantragen müssen. Wenden Sie sich bei Fragen zu Ihren umsatzsteuerlichen Pflichten in der EU an Ihren Steuerberater.
Obwohl mein Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU hat, lagere ich im Rahmen meiner Geschäftstätigkeit Waren in Deutschland und verkaufe nur an Kunden, die in Deutschland ansässig sind. Muss ich mich in Deutschland umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Waren in Deutschland lagern und diese Waren an Kunden verkaufen und liefern, die in Deutschland ansässig sind, müssen Sie sich unverzüglich in Deutschland umsatzsteuerlich registrieren (ab dem Augenblick, in dem die Waren in Deutschland eintreffen). Bitte beachten Sie, dass ein außerhalb der EU ansässiges Unternehmen eventuell auch einen deutschen Steuervertreter ernennen muss. In gleicher Weise verhält es sich, wenn Sie Waren in einem anderen EU-Land lagern. Dann müssen Sie sich auch in diesem Land für die Umsatzsteuer registrieren.
Obwohl mein Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU hat, lagere ich im Rahmen meiner Geschäftstätigkeit Waren in Deutschland und verkaufe an Kunden, die außerhalb Deutschlands ansässig sind. Muss ich mich in Deutschland umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Waren in Deutschland lagern und diese Waren an Kunden verkaufen und liefern, die nicht in Deutschland ansässig sind, müssen Sie sich sofort umsatzsteuerlich registrieren. Der Grund dafür ist, dass der inländische Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung in Deutschland nur für Personen gilt, die einen Geschäftssitz in Deutschland haben. Bitte beachten Sie, dass ein außerhalb der EU ansässiges Unternehmen eventuell auch einen deutschen Steuervertreter ernennen muss. Wenn Sie Waren in Deutschland lagern und diese Waren an Privatpersonen in anderen EU-Ländern verkaufen und liefern (dies wird oft als grenzüberschreitender Fernabsatz bezeichnet), müssen Sie sich möglicherweise auch in den EU-Ländern für die Umsatzsteuer registrieren, in denen die Waren in Empfang genommen werden. Näheres über die geltenden Fernabsatz-Schwellenwerte in den verschiedenen EU-Ländern erfahren Sie in Abschnitt 1.1 der Umsatzsteuer-FAQ.
Obwohl mein Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU hat und ich keine Waren in Deutschland lagere, verkaufe ich sie direkt an Kunden in Deutschland, wobei der Versand von einem Ort außerhalb der EU erfolgt. Muss ich mich in Deutschland umsatzsteuerlich registrieren?
Falls Sie Waren in die EU für den Weiterverkauf importieren, müssen Sie Einfuhrumsatzsteuer (und möglicherweise Einfuhrzoll) an die Steuerbehörden des Landes abführen, in das die Waren eingeführt werden. Es gibt viele Möglichkeiten, die Einfuhrumsatzsteuer zu strukturieren und zu bezahlen. Falls Sie hierzu eine ausführlichere Beratung benötigen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater mit Erfahrungen in der deutschen Umsatzsteuer zu wenden.

2.3. Unternehmen, die in einem EU-Land ansässig sind

2.3. Unternehmen, die in einem EU-Land ansässig sind
Ich verkaufe Produkte von einem EU-Land in ein anderes Land der EU. Wo muss ich mich umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Produkte aus einem EU-Mitgliedstaat in einen anderen verkaufen, sollten Sie sich bewusst sein, dass der Steuersatz von Land zu Land verschieden sein kann. Wenn Sie Ihre Waren in einem Land der EU lagern, müssen Sie sich in diesem EU-Land umsatzsteuerlich registrieren, sobald Ihr Umsatz den Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung übersteigt (sofern es einen solchen Schwellenwert gibt). Wenn Sie außerdem Ihre eigenen Waren aus einem Land der EU in ein anderes EU-Land transferieren oder wenn Versand durch Amazon Ihre Waren aus einem Logistikzentrum in ein anderes Land überführt, wo Ihre Produkte gelagert werden, kann dieser Transfer ebenfalls als umsatzsteuerpflichtige Transaktion behandelt werden. Sie sind dafür verantwortlich, allen geltenden Umsatzsteuerpflichten in den Ländern der Amazon Marketplace-Websites, in Ländern, aus denen Sie Ihre Produkte versenden, in Ländern, in Sie Ihre Produkte liefern bzw. versenden, sowie in weiteren Ländern (z. B. Einfuhrland im Fall des Imports von Produkten von außerhalb der EU) nachzukommen.

Bitte beachten Sie hierzu auch den vorstehenden Abschnitt über den grenzüberschreitenden Fernabsatz.

Tipp: Wenn Sie auf mehreren europäischen Amazon Marketplace-Sites verkaufen, beachten Sie bitte, dass Sie in verschiedenen EU-Ländern umsatzsteuerpflichtig sein können und daher möglicherweise verschiedene Umsatzsteuer-Identifikationsnummern in verschiedenen Ländern beantragen müssen. Wenden Sie sich bei Fragen zu Ihren umsatzsteuerlichen Pflichten in der EU an Ihren Steuerberater.
Meine Geschäftsadresse ist in Deutschland und ich verkaufe Waren an Kunden, die in Deutschland ansässig sind. Muss ich mich in Deutschland umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Waren in Deutschland lagern und diese Waren ausschließlich an Kunden verkaufen und liefern, die in Deutschland ansässig sind, müssen Sie sich umsatzsteuerlich registrieren, sobald Ihre Verkäufe den deutschen Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung überschreiten.

Wenn Sie Waren in Deutschland lagern und diese Waren an Verbraucher in anderen EU-Ländern verkaufen und liefern (dies wird oft als grenzüberschreitender Fernabsatz bezeichnet), müssen Sie sich möglicherweise auch in den EU-Ländern für die Umsatzsteuer registrieren, in denen die Waren in Empfang genommen werden. Näheres über die geltenden Fernabsatz-Schwellenwerte in den verschiedenen EU-Ländern erfahren Sie in Abschnitt 1.1 der Umsatzsteuer-FAQ.
Meine Geschäftsadresse ist in einem anderen EU-Land und ich verkaufe Waren an Kunden, die in Deutschland ansässig sind. Muss ich mich in Deutschland umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Waren in einem anderen Land der EU lagern und diese Waren an Privatpersonen verkaufen, die in Deutschland ansässig sind, müssen Sie sich in Deutschland für die Umsatzsteuer registrieren, wenn Sie den deutschen Fernabsatz-Schwellenwert überschreiten. Falls Sie Waren in einem anderen EU-Land lagern und Ihre eigenen Waren an einen Lagerort in Deutschland transferieren (entweder unter Ihrer eigenen Regie oder via Amazon), kann sich die Notwendigkeit der Umsatzsteuerregistrierung in Deutschland ergeben.

3. Umsatzsteuer im Vereinigten Königreich (Großbritannien)

3.1 Wie funktioniert die Umsatzsteuer im Vereinigten Königreich (Großbritannien)?

Wie stelle ich eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer-Rechnung) für das Vereinigte Königreich aus?
Wenn Sie eine britische Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) ausstellen müssen, muss diese gemäß rechtlicher Vorschriften ein Minimum an Informationen enthalten. Dabei handelt es sich um folgende Informationen, wie auf der HMRC-Website angegeben:
  • Eine fortlaufende Nummer auf der Basis einer oder mehrerer Rechnungsnummernserien, die das Dokument eindeutig identifiziert
  • Den Zeitpunkt der Lieferung (Tax Point)
  • Das Ausstellungsdatum des Dokuments (sofern sich dieses vom Zeitpunkt der Lieferung unterscheidet)
  • Ihren Namen, Adresse und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer – Sie können eine Rechnung unter einem Handelsnamen ausstellen, Ihre offizielle Firmenbezeichnung und vollständige Firmenanschrift müssen aber an einer beliebigen Stelle auf dem Dokument erscheinen
  • Den Namen und die Anschrift der Person (Kunde), die die Waren oder Leistungen erhalten hat
  • Eine Beschreibung, die ausreicht, die gelieferten Waren oder Leistungen eindeutig zu identifizieren
  • Für jede Beschreibung die Menge der Waren oder den Umfang der Leistungen sowie den Umsatzsteuersatz und den zu zahlenden Betrag ohne Umsatzsteuer in einer beliebigen Währung
  • Den zahlbaren Brutto-Gesamtbetrag exklusive Umsatzsteuer in einer beliebigen Währung
  • Den Prozentsatz eines angebotenen Entgelt-Nachlasses (Skonto oder Rabatt)
  • Den Gesamt-Umsatzsteuerbetrag in GBP (Pfund Sterling)
  • Den Preis pro Einheit
  • Den Grund für den Umsatzsteuersatz 0 % oder einen reduzierten Satz
Wann stelle ich die Umsatzsteuer Kunden im Vereinigten Königreich in Rechnung?
Wenn Sie im Vereinigten Königreich umsatzsteuerlich registriert sind und Waren in dem Land verkaufen, müssen Sie Ihren Kunden die britische Umsatzsteuer in Rechnung stellen (s. den nachfolgenden Abschnitt bezüglich der Umsatzsteuersätze, die Sie gegebenenfalls berechnen müssen). Dies wird auch als Ihre Ausgangsumsatzsteuer bezeichnet.

Wenn Sie an einen Geschäftskunden (B2B-Kunden) im Vereinigten Königreich verkaufen, sind Sie verpflichtet, eine Umsatzsteuer-Rechnung auszustellen (s. den nachfolgenden Abschnitt bezüglich Details zu Umsatzsteuer-Rechnungen). Wenn Sie an private Verbraucher (B2C-Kunden) verkaufen, sind Sie rechtlich nicht verpflichtet, für inländische Lieferungen im Vereinigten Königreich eine rechtskonforme Umsatzsteuer-Rechnung auszustellen; es ist jedoch gängige Praxis, eine solche Rechnung auf Anfrage bereitzustellen. Im Fall des grenzüberschreitenden Fernabsatzes an britische Privatkunden (aus Lagerbestand in einem anderen EU-Land) ist immer eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer erforderlich.

Die Umsatzsteuer, die Sie auf Ihre Verkäufe erheben, wird der HMRC mittels einer Umsatzsteuererklärung mitgeteilt, die normalerweise vierteljährlich eingereicht wird. Der Umsatzsteuerbetrag, den Sie der HMRC schuldig sind, kann mit der Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer verrechnet werden, die bei Ihren Käufen/Kosten anfällt (d. h. wo Ihnen britische Umsatzsteuer einschließlich Einfuhrumsatzsteuer berechnet wurde). Dies wird auch als Eingangsumsatzsteuer bezeichnet. Der an die HMRC zu zahlende Umsatzsteuerbetrag ist der Nettowert Ihrer Ausgangsumsatzsteuer abzüglich des Betrags der Eingangsumsatzsteuer, der erstattungsfähig ist.

Diese Informationen bieten einen sehr allgemeinen Überblick. Wir empfehlen Ihnen, sich bezüglich der Erstellung und Abgabe Ihrer Umsatzsteuererklärungen an einen Steuerberater zu wenden.
Wie berechne ich die Umsatzsteuer bei meinen Rechnungen an Privatkunden außerhalb des Vereinigten Königreichs?
Wenn Sie Waren grenzüberschreitend aus einem Lagerbestand im Vereinigten Königreich an Privatkunden (B2C-Kunden) in andere EU-Länder verkaufen (Beispiel: Sie verkaufen aus Deutschland in ein anderes Land der EU) und im Land des Empfängers noch nicht umsatzsteuerlich registriert sind, müssen Sie die britische Umsatzsteuer in Rechnung stellen. In diesem Fall müssen Sie die Umsatzsteuer in gleicher Weise berechnen und melden wie für Ihre Inlandsverkäufe im Vereinigten Königreich (s. den obigen Abschnitt). Bitte beachten Sie, dass Sie für grenzüberschreitende Verkäufe, die der Umsatzsteuer des Vereinigten Königreichs unterliegen, immer eine zum britischen Umsatzsteuerrecht konforme Rechnung ausstellen müssen.

Wenn Sie jedoch in einem anderen EU-Land den Schwellenwert für den grenzüberschreitenden Fernabsatz überschreiten, müssen Sie sich in diesem Land für die Umsatzsteuer registrieren. Das bedeutet, dass Sie bei dieser Art von Verkäufen nicht mehr die Umsatzsteuer des Vereinigten Königreichs, sondern die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes in Rechnung stellen müssen. Wenn Sie zum Beispiel Waren im Vereinigten Königreich lagern und mit dem Verkauf dieser Artikel an Privatkunden in Frankreich beginnen, müssen Sie die britische Umsatzsteuer berechnen. Sobald deutlich wird, dass Sie den Fernabsatz-Schwellenwert in Frankreich überschreiten werden, müssen Sie bei den französischen Steuerbehörden einen Antrag auf umsatzsteuerliche Registrierung in Frankreich stellen. Sie müssen dann bei Verkäufen an Privatkunden in Frankreich die französische Umsatzsteuer berechnen (d. h. französische Umsatzsteuer-Rechnungen ausstellen und französische Umsatzsteuererklärungen einreichen).

Im Rahmen des Fernabsatzes bzw. Distanzhandels können Sie sich auch dazu entscheiden, Ihre Verkäufe im Bestimmungsland der Lieferungen zu versteuern (bevor Sie den Fernabsatz-Schwellenwert überschreiten). Wird diese Wahl getroffen, muss die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes erhoben werden (statt der Umsatzsteuer des Vereinigten Königreichs) und es gelten dann die Anforderungen dieses Landes in Bezug auf die Rechnungsstellung.

Wenn Sie die Waren vor dem Verkauf im EU-Land des Verbrauchers lagern, gilt dies nicht als Fernabsatz. Ein Beispiel: Wenn Sie an französische Kunden verkaufen und diese Käufer mit Waren beliefern, die schon in Frankreich lagern, tätigen Sie einen Inlandsverkauf in Frankreich und müssen sich folglich in Frankreich umsatzsteuerlich registrieren.
Wie berechne ich die Umsatzsteuer bei meinen Rechnungen an Geschäftskunden in anderen EU-Mitgliedstaaten außerhalb des Vereinigten Königreichs?
Wenn Sie an Geschäftskunden (B2B-Kunden) in einem anderen EU-Land verkaufen, müssen Sie keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen, wenn eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt ist. Im Vereinigten Königreich sind dies folgende Voraussetzungen, wie auf der Website der HMRC ausgeführt:
  • Bei der Lieferung aus dem Vereinigten Königreich an einen Kunden in einem anderen EU-Land beträgt die Umsatzsteuer 0 %, wo:
  • Sie auf Ihrer Umsatzsteuer-Rechnung die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer Ihres Kunden einschließlich der aus 2 Buchstaben bestehenden Landeskennung angeben und
  • die Waren aus dem Vereinigten Königreich an einen Zielort in einem anderen EU-Land gesendet oder transportiert werden und
  • Sie einen rechtsgültigen kommerziellen Nachweis erhalten und aufbewahren, aus dem hervorgeht, dass die Waren innerhalb der von der HMRC festgelegten Fristen das Vereinigte Königreich verlassen haben.
Es gibt eine Anzahl weiterer Voraussetzungen, die zu erfüllen sind, wie zum Beispiel zusätzliche spezifische Anforderungen bezüglich der Rechnungsstellung. Deshalb empfehlen wir Ihnen, einen Steuerberater zu konsultieren, bevor Sie Verkäufe an Geschäftskunden in einem anderen Land der EU tätigen.

Außerdem müssen weitere ergänzende Dokumente eingereicht werden, wie zum Beispiel eine EC Sales List bzw. Zusammenfassende Meldung (ein regelmäßiger Bericht an die HMRC, in dem die gesamten innergemeinschaftlichen Verkäufe aus dem Vereinigten Königreich an umsatzsteuerlich registrierte Kunden in anderen EU-Ländern aufgeführt werden).
Nach welchem Verfahren kann die britische Umsatzsteuer zurückgefordert werden?
Sobald Sie umsatzsteuerlich registriert sind und im Zuge Ihrer geschäftlichen Aktivitäten britische Umsatzsteuer entrichten, können Sie diese Umsatzsteuer über Ihre Umsatzsteuererklärung rückvergütet bekommen, d. h. die bei Ihren Käufen/Kosten angefallene Umsatzsteuer kann mit der Umsatzsteuer verrechnet werden, die für Ihre Verkäufe fällig ist. Umsatzsteuer, die auf Kosten anfällt, wird Eingangsumsatzsteuer genannt. Es besteht die Möglichkeit der Umsatzsteuererstattung außerhalb des britischen USt-Erstattungsprozesses, wenn Sie keinen Geschäftssitz im Vereinigten Königreich haben und sich nicht im Vereinigten Königreich registrieren müssen. Falls dies auf Sie zutrifft, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater zu wenden, um Einzelheiten bezüglich der zu erfüllenden Formalitäten zu erfahren.
Welche Umsatzsteuersätze gelten im Vereinigten Königreich?
Wenn Sie Waren im Vereinigten Königreich verkaufen, hängt der Prozentsatz der Umsatzsteuer von der Art der von Ihnen verkauften Waren ab. Derzeit sind die geltenden Umsatzsteuersätze 20 %, 5 % oder 0 %. Es sollte jedoch angemerkt werden, dass die überwiegende Mehrheit der im Vereinigten Königreich verkauften Waren dem Steuersatz von 20 % unterliegt. Bitte wenden Sie sich an Ihren Steuerberater, wenn Sie nicht sicher sind, welchen Steuersatz Sie bei Ihren Produkten anwenden müssen.

3.2. Unternehmen, die außerhalb der EU ansässig sind

Ich verkaufe Produkte von außerhalb der EU in ein EU-Land (ich habe keinen Geschäftssitz in der EU und ich lagere keine Waren in der EU). Muss ich mich für die Umsatzsteuer registrieren?
Falls Sie Waren in die EU für den Weiterverkauf importieren, müssen Sie Einfuhrumsatzsteuer (und möglicherweise Einfuhrzoll) an die Steuerbehörden des Landes abführen, in das die Waren eingeführt werden. Bitte beachten Sie, dass Sie sich umsatzsteuerlich registrieren müssen, wenn Sie Waren in einem EU-Land lagern. Es gibt viele Möglichkeiten, die Einfuhrumsatzsteuer zu strukturieren und zu bezahlen. Falls Sie hierzu eine ausführlichere Beratung benötigen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater mit Erfahrungen in der Umsatzsteuer des Vereinigten Königreichs zu wenden.

Tipp: Wenn Sie auf mehreren europäischen Amazon Marketplace-Sites verkaufen, beachten Sie bitte, dass Sie in verschiedenen EU-Ländern umsatzsteuerpflichtig sein können und daher möglicherweise verschiedene Umsatzsteuer-Identifikationsnummern in verschiedenen Ländern beantragen müssen. Wenden Sie sich bei Fragen zu Ihren umsatzsteuerlichen Pflichten in der EU an Ihren Steuerberater.
Obwohl mein Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU hat, lagere ich im Rahmen meiner Geschäftstätigkeit Waren im Vereinigten Königreich und verkaufe nur an Kunden, die im Vereinigten Königreich ansässig sind. Muss ich mich im Vereinigten Königreich für die Umsatzsteuer registrieren?
Wenn Sie Waren im Vereinigten Königreich lagern und diese Waren an Kunden verkaufen und liefern, die im Vereinigten Königreich ansässig sind, müssen Sie sich unverzüglich im Vereinigten Königreich umsatzsteuerlich registrieren (ab dem Augenblick, in dem die Waren im Vereinigten Königreich eintreffen). Bitte beachten Sie, dass ein außerhalb der EU ansässiges Unternehmen eventuell auch einen Steuervertreter im Vereinigten Königreich ernennen muss. In gleicher Weise verhält es sich, wenn Sie Waren in einem anderen EU-Land lagern. Dann müssen Sie sich auch in diesem Land für die Umsatzsteuer registrieren.
Obwohl mein Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU hat, lagere ich im Rahmen meiner Geschäftstätigkeit Waren im Vereinigten Königreich und verkaufe an Kunden, die außerhalb des Vereinigten Königreichs ansässig sind. Muss ich mich im Vereinigten Königreich für die Umsatzsteuer registrieren?
Wenn Sie Waren im Vereinigten Königreich lagern und diese Waren an Kunden verkaufen und liefern, die im Vereinigten Königreich ansässig sind, müssen Sie sich sofort umsatzsteuerlich registrieren. Der Grund dafür ist, dass der inländische Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung im Vereinigten Königreich nur für Personen gilt, die einen Geschäftssitz im Vereinigten Königreich haben. Bitte beachten Sie, dass ein außerhalb der EU ansässiges Unternehmen eventuell auch einen Steuervertreter im Vereinigten Königreich ernennen muss. Wenn Sie Waren im Vereinigten Königreich lagern und diese Waren an Privatpersonen in anderen EU-Ländern verkaufen und liefern (dies wird oft als grenzüberschreitender Fernabsatz bezeichnet), müssen Sie sich möglicherweise auch in den EU-Ländern für die Umsatzsteuer registrieren, in denen die Waren in Empfang genommen werden. Näheres über die geltenden Fernabsatz-Schwellenwerte in den verschiedenen EU-Ländern erfahren Sie in Abschnitt 1.1 der Umsatzsteuer-FAQ.
Obwohl mein Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU hat und ich keine Waren im Vereinigten Königreich lagere, verkaufe ich sie direkt an Kunden im Vereinigten Königreich, wobei der Versand von einem Ort außerhalb der EU erfolgt. Muss ich mich im Vereinigten Königreich für die Umsatzsteuer registrieren?
Falls Sie Waren in die EU für den Weiterverkauf importieren, müssen Sie Einfuhrumsatzsteuer (und möglicherweise Einfuhrzoll) an die Steuerbehörden des Landes abführen, in das die Waren eingeführt werden. Es gibt viele Möglichkeiten, die Einfuhrumsatzsteuer zu strukturieren und zu bezahlen. Falls Sie hierzu eine ausführlichere Beratung benötigen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater mit Erfahrungen in der Umsatzsteuer des Vereinigten Königreichs zu wenden.

3.3. Unternehmen, die in einem EU-Land ansässig sind

Ich verkaufe Produkte von einem EU-Land in ein anderes Land der EU. Wo muss ich mich umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Produkte aus einem EU-Mitgliedstaat in einen anderen verkaufen, sollten Sie sich bewusst sein, dass der Steuersatz von Land zu Land verschieden sein kann. Wenn Sie Ihre Waren in einem Land der EU lagern, müssen Sie sich in diesem EU-Land umsatzsteuerlich registrieren, sobald Ihr Umsatz den Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung übersteigt (sofern es einen solchen Schwellenwert gibt). Wenn Sie außerdem Ihre eigenen Waren aus einem Land der EU in ein anderes EU-Land transferieren oder wenn Versand durch Amazon Ihre Waren aus einem Logistikzentrum in ein anderes Land überführt, wo Ihre Produkte gelagert werden, kann dieser Transfer ebenfalls als umsatzsteuerpflichtige Transaktion behandelt werden. Sie sind dafür verantwortlich, allen geltenden Umsatzsteuerpflichten in den Ländern der Amazon Marketplace-Websites, in Ländern, aus denen Sie Ihre Produkte versenden, in Ländern, in Sie Ihre Produkte liefern bzw. versenden, sowie in weiteren Ländern (z. B. Einfuhrland im Fall des Imports von Produkten von außerhalb der EU) nachzukommen. Bitte beachten Sie hierzu auch den vorstehenden Abschnitt über den grenzüberschreitenden Fernabsatz.

Tipp: Wenn Sie auf mehreren europäischen Amazon Marketplace-Sites verkaufen, beachten Sie bitte, dass Sie in verschiedenen EU-Ländern umsatzsteuerpflichtig sein können und daher möglicherweise verschiedene Umsatzsteuer-Identifikationsnummern in verschiedenen Ländern beantragen müssen. Wenden Sie sich bei Fragen zu Ihren umsatzsteuerlichen Pflichten in der EU an Ihren Steuerberater.
Meine Geschäftsadresse ist im Vereinigten Königreich und ich verkaufe Waren an Kunden, die im Vereinigten Königreich ansässig sind. Muss ich mich im Vereinigten Königreich für die Umsatzsteuer registrieren?
Wenn Sie Waren im Vereinigten Königreich lagern und diese Waren ausschließlich an Kunden verkaufen und liefern, die im Vereinigten Königreich ansässig sind, müssen Sie sich umsatzsteuerlich registrieren, sobald Ihre Verkäufe den britischen Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung überschreiten.

Wenn Sie diese Waren zusätzlich an Verbraucher in anderen EU-Ländern verkaufen und liefern (dies wird oft als grenzüberschreitender Fernabsatz bezeichnet), müssen Sie sich möglicherweise auch in den EU-Ländern für die Umsatzsteuer registrieren, in denen die Waren in Empfang genommen werden. Näheres über die geltenden Fernabsatz-Schwellenwerte in den verschiedenen EU-Ländern erfahren Sie in Abschnitt 1.1 der Umsatzsteuer-FAQ.
Meine Geschäftsadresse ist in einem anderen EU-Land und ich verkaufe Waren an Kunden, die im Vereinigten Königreich ansässig sind. Muss ich mich für die Umsatzsteuer registrieren?
Wenn Sie Waren in einem anderen Land der EU lagern und diese Waren an Privatpersonen verkaufen, die im Vereinigten Königreich ansässig sind, müssen Sie sich im Vereinigten Königreich für die Umsatzsteuer registrieren, wenn Sie den britischen Fernabsatz-Schwellenwert überschreiten. Falls Sie Waren in einem anderen EU-Land lagern und Ihre eigenen Waren an einen Lagerort im Vereinigten Königreich transferieren (entweder unter Ihrer eigenen Regie oder via Amazon), kann sich die Notwendigkeit der Umsatzsteuerregistrierung im Vereinigten Königreich ergeben.

4. Umsatzsteuer in Frankreich

4.1 Wie wird die Umsatzsteuer berechnet und erstattet?

Wie wird die Umsatzsteuer berechnet und erstattet?
Um Umsatzsteuer in Rechnung stellen zu können, müssen Sie umsatzsteuerlich registriert sein und eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) erhalten haben (s. den nachfolgenden Abschnitt zu den Anforderungen der Umsatzsteuerregistrierung).

Sobald Sie umsatzsteuerlich registriert sind, unterliegen Sie dem Umsatzsteuerrecht des Landes, in dem Sie registriert sind. Dies bedeutet normalerweise, dass Sie (wo zutreffend) bei Ihren Verkäufen die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) mit in Rechnung stellen und diese Umsatzsteuer auf einer rechtskonformen Rechnung ausweisen müssen (bitte wenden Sie sich bezüglich spezifischem Rat zu den Anforderungen der Rechnungsstellung an Ihren Steuerberater).

Der Umsatzsteuerbetrag, den Sie Ihren Kunden berechnet haben und einer lokalen Steuerbehörde schuldig sind, kann mit der Umsatzsteuer verrechnet werden, die bei Ihren geschäftlichen Käufen bzw. Kosten angefallen ist (bitte informieren Sie sich bei einem Steuerberater darüber, auf welche Ausgaben die Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer rückerstattet werden kann). Wenn Ihnen zum Beispiel bei einem Kauf die französische Umsatzsteuer einschließlich Einfuhrumsatzsteuer berechnet wurde, können Sie diesen Betrag bei einer Umsatzsteuererklärung in Frankreich mit der Umsatzsteuer verrechnen, die auf Ihre Verkäufe in dem Land anfällt.

Der an die Steuerbehörde zu zahlende Umsatzsteuerbetrag ist der Nettowert Ihrer französischen Ausgangsumsatzsteuer (auf Verkäufe) abzüglich des Betrags Ihrer französischen Eingangsumsatzsteuer bzw. Vorsteuer (Käufe), der erstattungsfähig ist.

Denken Sie bitte daran, sich über die Umsatzsteuermeldepflichten und die Anforderungen zur Rechnungsstellung mit Umsatzsteuer in jedem Land, in dem Sie sich registrieren, zu informieren. Obwohl diese Anforderungen ähnlich sind, kann es doch beträchtliche Unterschiede geben. Bitte beachten Sie den nachfolgenden Abschnitt 1.5 bezüglich der Rechnungsstellung mit Umsatzsteuer.
Wie stelle ich eine ordnungsgemäße französische Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer-Rechnung) aus?
Wenn Sie eine französische Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) ausstellen müssen, muss diese gemäß rechtlicher Vorschriften ein Minimum an Informationen enthalten. Diese Informationen sind:

- Name und Adresse des Lieferanten;

- Name und Adresse des Empfängers der Lieferung;

- Ausstellungsdatum der Rechnung;

- Rechnungsnummer (fortlaufende Nummerierung);

- Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Lieferanten;

- Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Kunden, sofern dieser umsatzsteuerlich registriert ist (dies ist bei der grenzüberschreitenden Lieferung von Waren/Dienstleistungen an Geschäftskunden bzw. B2B-Kunden sowie bei inländischen Verkäufen in Frankreich erforderlich, bei denen der Kunde der französischen Umsatzsteuer unterliegt);

- Menge und Preis pro Einheit der gelieferten Waren/Dienstleistungen und der jeweils geltende Umsatzsteuersatz;

- Handelsbezeichnung der gelieferten Waren oder Dienstleistungen;

- Datum (mindestens der Kalendermonat) der Lieferung und Datum des Eingangs von Anzahlungen (falls bekannt);

- das Entgelt (Nettobetrag ohne Umsatzsteuer), aufgeschlüsselt nach Posten mit Standard- und ermäßigtem Umsatzsteuer-Satz sowie

- Preisnachlass (falls zuvor vereinbart); und

- der Umsatzsteuerbetrag mit angewandtem USt-Satz oder, falls eine Steuerbefreiung vorliegt, ein Hinweis darauf, dass das Entgelt von der Umsatzsteuer befreit ist (z. B. im Fall der innergemeinschaftlichen Lieferung oder der Exportlieferung von Waren).
Wann stelle ich die Umsatzsteuer französischen Kunden in Rechnung?
Wenn Sie in Frankreich umsatzsteuerlich registriert sind und Waren in dem Land verkaufen, müssen Sie Ihren Kunden die französische Umsatzsteuer in Rechnung stellen (s. den nachfolgenden Abschnitt bezüglich der USt-Sätze, die Sie gegebenenfalls berechnen müssen). Dies wird auch als Ihre Ausgangsumsatzsteuer bezeichnet.

Wenn Sie an einen Geschäftskunden (B2B-Kunden) in Frankreich verkaufen, sind Sie verpflichtet, eine zum Umsatzsteuergesetz konforme Rechnung auszustellen (s. den obigen Abschnitt bezüglich Details zu Umsatzsteuer-Rechnungen). Wenn Sie an private Verbraucher (B2C-Kunden) verkaufen, sind Sie rechtlich nicht verpflichtet, für inländische Lieferungen in Frankreich eine rechtskonforme Umsatzsteuer-Rechnung auszustellen; es ist jedoch gängige Praxis, eine solche Rechnung auf Anfrage bereitzustellen. Im Fall des grenzüberschreitenden Fernabsatzes an französische Privatkunden (aus Lagerbestand in einem anderen EU-Land) ist immer eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer erforderlich.

Die Umsatzsteuer, die Sie auf Ihre Verkäufe erheben, wird dem lokalen Finanzamt mittels einer Umsatzsteuererklärung bzw. Umsatzsteuervoranmeldung mitgeteilt, die normalerweise monatlich eingereicht wird. Der Umsatzsteuerbetrag, den Sie dem lokalen Finanzamt schuldig sind, kann mit der Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer verrechnet werden, die bei Ihren Käufen/Kosten anfällt (d. h. wo Ihnen französische Umsatzsteuer einschließlich Einfuhrumsatzsteuer berechnet wurde). Dies wird auch als Eingangsumsatzsteuer bezeichnet. Der an das Finanzamt zu zahlende Umsatzsteuerbetrag ist der Nettowert Ihrer Ausgangsumsatzsteuer abzüglich des Betrags der Eingangsumsatzsteuer, der erstattungsfähig ist.

Die vorstehenden Informationen bieten einen eingeschränkten, allgemeinen Überblick. Wir empfehlen Ihnen, sich bezüglich der Erstellung und Einreichung Ihrer Umsatzsteuererklärungen an einen Steuerberater zu wenden.
Wie berechne ich die Umsatzsteuer bei Rechnungen an Privatkunden außerhalb Frankreichs?
Wenn Sie Waren grenzüberschreitend aus einem Lagerbestand in Frankreich an Privatkunden (B2C-Verbraucher) in anderen EU-Ländern verkaufen (Beispiel: Sie verkaufen aus Frankreich in ein anderes Land der EU) und im Land des Empfängers noch nicht umsatzsteuerlich registriert sind, haben Sie die französische Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen. In diesem Fall müssen Sie die Umsatzsteuer in gleicher Weise berechnen und melden wie für Ihre Inlandsverkäufe im Vereinigten Königreich (s. den obigen Abschnitt). Bitte beachten Sie, dass Sie für grenzüberschreitende Verkäufe, die der französischen Umsatzsteuer unterliegen, immer eine zum französischen Umsatzsteuergesetz konforme Rechnung ausstellen müssen.

Wenn Sie jedoch in einem anderen EU-Land den Schwellenwert für den grenzüberschreitenden Fernabsatz überschreiten, müssen Sie sich in diesem Land für die Umsatzsteuer registrieren. Das bedeutet, dass Sie bei dieser Art von Verkäufen nicht mehr die französische Umsatzsteuer, sondern die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes in Rechnung stellen müssen. Wenn Sie zum Beispiel Waren in Deutschland lagern und mit dem Verkauf dieser Artikel an Privatkunden (B2C-Verbraucher) in Frankreich beginnen, müssen Sie die deutsche Umsatzsteuer berechnen. Sobald deutlich wird, dass Sie den Fernabsatz-Schwellenwert in Frankreich überschreiten werden, müssen Sie bei den französischen Steuerbehörden einen Antrag auf umsatzsteuerliche Registrierung in Frankreich stellen. Sie müssen dann bei Verkäufen an Privatkunden in Frankreich die französische Umsatzsteuer berechnen (d. h. französische Umsatzsteuer-Rechnungen ausstellen und französische Umsatzsteuererklärungen einreichen).

Im Rahmen des Fernabsatzes bzw. Distanzhandels können Sie sich auch dazu entscheiden, Ihre Verkäufe im Bestimmungsland der Lieferungen zu versteuern (bevor Sie den Fernabsatz-Schwellenwert überschreiten). Wird diese Wahl getroffen, muss die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes erhoben werden und es gelten dann die Anforderungen dieses Landes in Bezug auf die Rechnungsstellung.

Wenn Sie die Waren vor dem Verkauf im EU-Land des Verbrauchers lagern, gilt dies nicht als Fernabsatz. Ein Beispiel: Wenn Sie an französische Kunden verkaufen und diese Käufer mit Waren beliefern, die schon in Frankreich lagern, tätigen Sie einen Inlandsverkauf in Frankreich und müssen sich folglich in Frankreich umsatzsteuerlich registrieren.
Wie berechne ich die Umsatzsteuer bei Rechnungen an Geschäftskunden in anderen EU-Ländern außerhalb Frankreichs?
Wenn Sie an Geschäftskunden (B2B-Kunden) in einem anderen EU-Land verkaufen, müssen Sie keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen, sofern eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt ist. In Frankreich sind dies folgende Voraussetzungen, wie auf der Website der Steuerbehörde ausgeführt:

- Für Lieferung aus Frankreich an einen Kunden in einem anderen EU-Land beträgt die Umsatzsteuer 0 %, wo:

- Sie auf Ihrer Umsatzsteuer-Rechnung die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer Ihres Kunden einschließlich der aus 2 Buchstaben bestehenden Landeskennung angeben und

- die Waren aus Frankreich an einen Zielort in einem anderen EU-Land gesendet oder transportiert werden und

- Sie einen rechtsgültigen kommerziellen Nachweis erhalten und aufbewahren, aus dem hervorgeht, dass die Waren innerhalb der von der französischen Steuerbehörde festgelegten Fristen Frankreich verlassen haben.

Es gibt eine Anzahl weiterer Voraussetzungen, die zu erfüllen sind, wie zum Beispiel zusätzliche spezifische Anforderungen bezüglich der Rechnungsstellung. Deshalb empfehlen wir Ihnen, einen Steuerberater zu konsultieren, bevor Sie Verkäufe an Geschäftskunden in einem anderen Land der EU tätigen.
Außerdem müssen weitere ergänzende Dokumente eingereicht werden, wie zum Beispiel eine Zusammenfassende Meldung (ein regelmäßiger Bericht an die Steuerbehörde, in dem die gesamten innergemeinschaftlichen Verkäufe aus Frankreich an umsatzsteuerlich registrierte Kunden in anderen EU-Ländern aufgeführt werden).
Nach welchem Verfahren kann die französische Umsatzsteuer zurückgefordert werden?
Sobald Sie umsatzsteuerlich registriert sind und im Zuge Ihrer geschäftlichen Aktivitäten französische Umsatzsteuer entrichten, können Sie diese Umsatzsteuer über Ihre Umsatzsteuererklärung rückerstattet bekommen, d. h. die bei Ihren Käufen/Kosten angefallene Umsatzsteuer kann mit der Umsatzsteuer verrechnet werden, die für Ihre Verkäufe fällig ist. Umsatzsteuer, die auf Kosten anfällt, wird Eingangsumsatzsteuer genannt. Es besteht die Möglichkeit der Umsatzsteuererstattung außerhalb des französischen USt-Erstattungsprozesses, wenn Sie keinen Geschäftssitz in Frankreich haben und sich nicht in Frankreich registrieren müssen. Falls dies auf Sie zutrifft, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater zu wenden, um Einzelheiten bezüglich der zu erfüllenden Formalitäten zu erfahren.
Welche Umsatzsteuersätze gelten in Frankreich?
Wenn Sie Waren in Frankreich verkaufen, hängt der Prozentsatz der Umsatzsteuer von der Art der von Ihnen verkauften Waren ab. Derzeit sind die geltenden Umsatzsteuersätze 20 %, 10 %, 5,5 % oder 2,1 %. Es sollte jedoch angemerkt werden, dass die überwiegende Mehrheit der in Frankreich verkauften Waren dem Steuersatz von 20 % unterliegt. Falls Sie Waren in Frankreich an gewerbliche Kunden (B2B-Kunden) mit Sitz in Frankreich verkaufen und Ihr Unternehmen keinen Sitz in Frankreich hat, ist Ihnen nicht gestattet, französische Umsatzsteuer auf Ihren Rechnungen an diese Kunden zu berechnen. In einem solchen Fall muss der Kunde die fällige französische Umsatzsteuer im Rahmen einer Selbstveranlagung in seinen regelmäßigen Umsatzsteuererklärungen angeben.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Steuerberater, wenn Sie nicht sicher sind, welche Umsatzsteuersätze für Ihre Produkte gelten.

4.2. Unternehmen, die außerhalb der EU ansässig sind

Ich verkaufe Produkte von außerhalb der EU in ein EU-Land (ich habe keinen Geschäftssitz in der EU und ich lagere keine Waren in der EU). Muss ich mich für die Umsatzsteuer registrieren?
Falls Sie Waren für den Weiterverkauf in die EU importieren, müssen Sie Einfuhrumsatzsteuer (und möglicherweise Einfuhrzoll) an die Steuerbehörden des Landes abführen, in das die Waren eingeführt werden. Bitte beachten Sie, dass Sie sich umsatzsteuerlich registrieren müssen, wenn Sie Waren in einem EU-Land lagern. Es gibt viele Möglichkeiten, die Einfuhrumsatzsteuer zu strukturieren und zu bezahlen. Falls Sie hierzu eine ausführlichere Beratung benötigen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater mit Erfahrungen in der französischen Umsatzsteuer zu wenden.

Tipp: Wenn Sie auf mehreren europäischen Amazon Marketplace-Sites verkaufen, beachten Sie bitte, dass Sie in verschiedenen EU-Ländern umsatzsteuerpflichtig sein können und daher möglicherweise verschiedene Umsatzsteuer-Identifikationsnummern in verschiedenen Ländern beantragen müssen. Wenden Sie sich bei Fragen zu Ihren umsatzsteuerlichen Pflichten in der EU an Ihren Steuerberater.
Obwohl mein Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU hat, lagere ich im Rahmen meiner Geschäftstätigkeit Waren in Frankreich und verkaufe nur an Kunden, die in Frankreich ansässig sind. Muss ich mich in Frankreich umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Waren in Frankreich lagern und diese Waren an Kunden verkaufen und liefern, die in Frankreich ansässig sind, müssen Sie sich unverzüglich in Frankreich umsatzsteuerlich registrieren (ab dem Augenblick, in dem die Waren in Frankreich eintreffen). Bitte beachten Sie, dass ein außerhalb der EU ansässiges Unternehmen eventuell auch einen Steuervertreter in Frankreich ernennen muss. In gleicher Weise verhält es sich, wenn Sie Waren in einem anderen EU-Land lagern. Dann müssen Sie sich auch in diesem Land für die Umsatzsteuer registrieren.
Obwohl mein Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU hat, lagere ich im Rahmen meiner Geschäftstätigkeit Waren in Frankreich und verkaufe an Kunden, die außerhalb Frankreichs ansässig sind. Muss ich mich in Frankreich umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Waren in Frankreich lagern und diese Waren an Kunden verkaufen und liefern, die nicht in Frankreich ansässig sind, müssen Sie sich sofort umsatzsteuerlich registrieren. Der Grund dafür ist, dass der inländische Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung in Frankreich nur für Personen gilt, die einen Geschäftssitz in Frankreich haben. Bitte beachten Sie, dass ein außerhalb der EU ansässiges Unternehmen eventuell auch einen Steuervertreter in Frankreich ernennen muss. Wenn Sie Waren in Frankreich lagern und diese Waren an Privatpersonen in anderen EU-Ländern verkaufen und liefern (dies wird oft als grenzüberschreitender Fernabsatz bezeichnet), müssen Sie sich möglicherweise auch in den EU-Ländern für die Umsatzsteuer registrieren, in denen die Waren in Empfang genommen werden.
Obwohl mein Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU hat und ich keine Waren in Frankreich lagere, verkaufe ich sie direkt an Kunden mit Sitz in Frankreich, wobei der Versand von einem Ort außerhalb der EU erfolgt. Muss ich mich in Frankreich umsatzsteuerlich registrieren?
Falls Sie Waren für den Weiterverkauf in die EU importieren, müssen Sie Einfuhrumsatzsteuer (und möglicherweise Einfuhrzoll) an die Steuerbehörden des Landes abführen, in das die Waren eingeführt werden. Es gibt viele Möglichkeiten, die Einfuhrumsatzsteuer zu strukturieren und zu bezahlen. Falls Sie hierzu eine ausführlichere Beratung benötigen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater mit Erfahrungen in der französischen Umsatzsteuer zu wenden.

4.3. Unternehmen, die in einem EU-Land ansässig sind

Ich verkaufe Produkte von einem EU-Land in ein anderes Land der EU. Wo muss ich mich umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Produkte aus einem EU-Mitgliedstaat in einen anderen verkaufen, sollten Sie sich bewusst sein, dass der Steuersatz von Land zu Land verschieden sein kann. Wenn Sie Ihre Waren in einem Land der EU lagern, müssen Sie sich in diesem EU-Land umsatzsteuerlich registrieren, sobald Ihr Umsatz den Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung übersteigt (sofern es einen solchen Schwellenwert gibt). Wenn Sie außerdem Ihre eigenen Waren aus einem Land der EU in ein anderes EU-Land transferieren oder wenn Versand durch Amazon Ihre Waren aus einem Logistikzentrum in ein anderes Land überführt, wo Ihre Produkte gelagert werden, kann dieser Transfer ebenfalls als umsatzsteuerpflichtige Transaktion behandelt werden. Sie sind dafür verantwortlich, allen geltenden Umsatzsteuerpflichten in den Ländern der Amazon Marketplace-Websites, in Ländern, aus denen Sie Ihre Produkte versenden, in Ländern, in Sie Ihre Produkte liefern bzw. versenden, sowie in weiteren Ländern (z. B. Einfuhrland im Fall des Imports von Produkten von außerhalb der EU) nachzukommen.

Bitte beachten Sie hierzu auch den obigen Abschnitt über den grenzüberschreitenden Fernabsatz.

Tipp: Wenn Sie auf mehreren europäischen Amazon Marketplace-Sites verkaufen, beachten Sie bitte, dass Sie in verschiedenen EU-Ländern umsatzsteuerpflichtig sein können und daher möglicherweise verschiedene Umsatzsteuer-Identifikationsnummern in verschiedenen Ländern beantragen müssen. Wenden Sie sich bei Fragen zu Ihren umsatzsteuerlichen Pflichten in der EU an Ihren Steuerberater.
Please also refer to the distance selling section above.
Meine Geschäftsadresse ist in Frankreich und ich verkaufe Waren an Kunden, die in Frankreich ansässig sind. Muss ich mich in Frankreich umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Waren in Frankreich lagern und diese Waren ausschließlich an Kunden verkaufen und liefern, die in Frankreich ansässig sind, müssen Sie sich umsatzsteuerlich registrieren, sobald Ihre Verkäufe den französischen Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung überschreiten. Um Näheres über den in Ihrem Fall geltenden Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung zu erfahren, informieren Sie sich bitte auf der Website der Steuerbehörde.

Wenn Sie diese Waren zusätzlich an Verbraucher in anderen EU-Ländern verkaufen und liefern (dies wird oft als grenzüberschreitender Fernabsatz bezeichnet), müssen Sie sich möglicherweise auch in den EU-Ländern für die Umsatzsteuer registrieren, in denen die Waren in Empfang genommen werden.
Meine Geschäftsadresse ist in einem anderen EU-Land und ich verkaufe Waren an Kunden, die in Frankreich ansässig sind. Muss ich mich in Frankreich umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Waren in einem anderen Land der EU lagern und diese Waren an Privatpersonen verkaufen, die in Frankreich ansässig sind, müssen Sie sich in Frankreich für die Umsatzsteuer registrieren, wenn Sie den französischen Fernabsatz-Schwellenwert überschreiten. Falls Sie Waren in einem anderen EU-Land lagern und Ihre eigenen Waren an einen Lagerort in Frankreich transferieren (entweder unter Ihrer eigenen Regie oder via Amazon), kann sich die Notwendigkeit der Umsatzsteuerregistrierung in Frankreich ergeben.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite stellen keine steuerliche, rechtliche oder sonstige professionelle Beratung dar und dürfen nicht als solche verwendet werden.

5. Umsatzsteuer in Italien

5.1 Wie wird die Umsatzsteuer berechnet und erstattet?

Wie wird die Umsatzsteuer berechnet und erstattet?
Um Umsatzsteuer in Rechnung stellen zu können, müssen Sie umsatzsteuerlich registriert sein und eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) erhalten haben (s. den nachfolgenden Abschnitt zu den Anforderungen der Umsatzsteuerregistrierung).

Sobald Sie umsatzsteuerlich registriert sind, unterliegen Sie dem Umsatzsteuerrecht des Landes, in dem Sie registriert sind. Dies bedeutet normalerweise, dass Sie (wo zutreffend) bei Ihren Verkäufen die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) mit in Rechnung stellen und diese Umsatzsteuer auf einer rechtskonformen Rechnung ausweisen müssen (bitte wenden Sie sich bezüglich spezifischem Rat zu den Anforderungen der Rechnungsstellung an Ihren Steuerberater).

Der Umsatzsteuerbetrag, den Sie Ihren Kunden berechnet haben und einer lokalen Steuerbehörde schuldig sind, kann mit der Umsatzsteuer verrechnet werden, die bei Ihren geschäftlichen Käufen bzw. Kosten angefallen ist (bitte informieren Sie sich bei einem Steuerberater darüber, auf welche Ausgaben die Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer rückerstattet werden kann). Wenn Ihnen zum Beispiel bei einem Kauf die italienische Umsatzsteuer einschließlich Einfuhrumsatzsteuer berechnet wurde, können Sie diesen Betrag bei einer Umsatzsteuererklärung in Italien mit der Umsatzsteuer verrechnen, die auf Ihre Verkäufe in dem Land anfällt.

Der an die Steuerbehörde zu zahlende Umsatzsteuerbetrag ist der Nettowert Ihrer italienischen Ausgangsumsatzsteuer (auf Verkäufe) abzüglich des Betrags Ihrer italienischen Eingangsumsatzsteuer bzw. Vorsteuer (Käufe), der erstattungsfähig ist.

Denken Sie bitte daran, sich über die Umsatzsteuermeldepflichten und die Anforderungen zur Rechnungsstellung mit Umsatzsteuer in jedem Land, in dem Sie sich registrieren, zu informieren. Obwohl diese Anforderungen ähnlich sind, kann es doch beträchtliche Unterschiede geben. Bitte beachten Sie den nachfolgenden Abschnitt 1.5 bezüglich der Rechnungsstellung mit Umsatzsteuer.
Wie stelle ich eine ordnungsgemäße italienische Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer-Rechnung) aus?
Wenn Sie eine italienische Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) ausstellen müssen, muss diese gemäß rechtlicher Vorschriften ein Minimum an Informationen enthalten. Diese Informationen sind (Ausnahmen sind möglich, bitte klären Sie dies ab):

- Name und Adresse des Lieferanten;

- Name und Adresse des Empfängers der Lieferung;

- Ausstellungsdatum der Rechnung;

- Rechnungsnummer (fortlaufende Nummerierung);

- Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Lieferanten;

- Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Kunden, sofern dieser umsatzsteuerlich registriert ist (dies ist bei der grenzüberschreitenden Lieferung von Waren/Dienstleistungen an Geschäftskunden bzw. B2B-Kunden sowie bei inländischen Verkäufen in Italien erforderlich, bei denen der Kunde der italienischen Umsatzsteuer unterliegt);

- Menge und Preis pro Einheit der gelieferten Waren/Dienstleistungen und der jeweils geltende Umsatzsteuersatz;

- Handelsbezeichnung der gelieferten Waren oder Dienstleistungen;

- Datum (mindestens der Kalendermonat) der Lieferung und Datum des Eingangs von Anzahlungen (falls bekannt);

- das Entgelt (Nettobetrag ohne Umsatzsteuer), aufgeschlüsselt nach Posten mit Standard- und ermäßigtem Umsatzsteuer-Satz sowie

- Preisnachlass (falls zuvor vereinbart); und

- der Umsatzsteuerbetrag mit angewandtem USt-Satz oder, falls eine Steuerbefreiung vorliegt, ein Hinweis darauf, dass das Entgelt von der Umsatzsteuer befreit ist (z. B. im Fall der innergemeinschaftlichen Lieferung oder der Exportlieferung von Waren).
Wann stelle ich die Umsatzsteuer italienischen Kunden in Rechnung?
Wenn Sie in Italien umsatzsteuerlich registriert sind und Waren in dem Land verkaufen, müssen Sie Ihren Kunden die italienische Umsatzsteuer in Rechnung stellen (s. den nachfolgenden Abschnitt bezüglich der USt-Sätze, die Sie gegebenenfalls berechnen müssen). Dies wird auch als Ihre Ausgangsumsatzsteuer bezeichnet.

Wenn Sie an einen Geschäftskunden (B2B-Kunden) in Italien verkaufen, sind Sie verpflichtet, eine zum Umsatzsteuergesetz konforme Rechnung auszustellen (s. den obigen Abschnitt bezüglich Details zu Umsatzsteuer-Rechnungen). Wenn Sie an private Verbraucher (B2C-Kunden) verkaufen, sind Sie rechtlich nicht verpflichtet, für inländische Lieferungen in Italien eine rechtskonforme Umsatzsteuer-Rechnung auszustellen; es ist jedoch gängige Praxis, eine solche Rechnung auf Anfrage bereitzustellen. Im Fall des grenzüberschreitenden Fernabsatzes an italienische Privatkunden (aus Lagerbestand in einem anderen EU-Land) ist immer eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer erforderlich.

Die Umsatzsteuer, die Sie auf Ihre Verkäufe erheben, wird dem lokalen Finanzamt mittels einer Umsatzsteuererklärung mitgeteilt, die monatlich, vierteljährlich oder jährlich eingereicht wird. Der Umsatzsteuerbetrag, den Sie dem lokalen Finanzamt schuldig sind, kann mit der Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer verrechnet werden, die bei Ihren Käufen/Kosten anfällt (d. h. wo Ihnen italienische Umsatzsteuer einschließlich Einfuhrumsatzsteuer berechnet wurde). Dies wird auch als Eingangsumsatzsteuer bezeichnet. Der an das Finanzamt zu zahlende Umsatzsteuerbetrag ist der Nettowert Ihrer Ausgangsumsatzsteuer abzüglich des Betrags der Eingangsumsatzsteuer, der erstattungsfähig ist.

Die vorstehenden Informationen bieten einen eingeschränkten, allgemeinen Überblick. Wir empfehlen Ihnen, sich bezüglich der Erstellung und Einreichung Ihrer Umsatzsteuererklärungen an einen Steuerberater zu wenden.
Wie berechne ich die Umsatzsteuer bei Rechnungen an Privatkunden außerhalb Italiens?
Wenn Sie Waren grenzüberschreitend aus einem Lagerbestand in Italien an Privatkunden (B2C-Verbraucher) in anderen EU-Ländern verkaufen (Beispiel: Sie verkaufen aus Italien in ein anderes Land der EU) und im Land des Empfängers noch nicht umsatzsteuerlich registriert sind, haben Sie die italienische Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen. In diesem Fall müssen Sie die Umsatzsteuer in gleicher Weise berechnen und melden wie für Ihre Inlandsverkäufe (s. den obigen Abschnitt). Bitte beachten Sie, dass Sie für grenzüberschreitende Verkäufe, die der italienischen Umsatzsteuer unterliegen, immer eine zum italienischen Umsatzsteuerrecht konforme Rechnung ausstellen müssen.

Wenn Sie jedoch in einem anderen EU-Land den Schwellenwert für den grenzüberschreitenden Fernabsatz überschreiten, müssen Sie sich in diesem Land für die Umsatzsteuer registrieren. Das bedeutet, dass Sie bei dieser Art von Verkäufen nicht mehr die italienische Umsatzsteuer, sondern die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes in Rechnung stellen müssen. Wenn Sie zum Beispiel Waren in Deutschland lagern und mit dem Verkauf dieser Artikel an Privatkunden in Italien beginnen, müssen Sie die deutsche Umsatzsteuer berechnen. Sobald deutlich wird, dass Sie den Fernabsatz-Schwellenwert in Italien überschreiten werden, müssen Sie bei den italienischen Steuerbehörden einen Antrag auf umsatzsteuerliche Registrierung in Italien stellen. Sie müssen dann bei Verkäufen an Privatkunden in Italien die italienische Umsatzsteuer berechnen (d. h. italienische Umsatzsteuer-Rechnungen ausstellen und italienische Umsatzsteuererklärungen einreichen).

Im Rahmen des Fernabsatzes bzw. Distanzhandels können Sie sich auch dazu entscheiden, Ihre Verkäufe im Bestimmungsland der Lieferungen zu versteuern (bevor Sie den Fernabsatz-Schwellenwert überschreiten). Wird diese Wahl getroffen, muss die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes erhoben werden und es gelten dann die Anforderungen dieses Landes in Bezug auf die Rechnungsstellung.

Wenn Sie die Waren vor dem Verkauf im EU-Land des Verbrauchers lagern, gilt dies nicht als Fernabsatz. Ein Beispiel: Wenn Sie an italienische Kunden verkaufen und diese Käufer mit Waren beliefern, die schon in Italien lagern, tätigen Sie einen Inlandsverkauf in Italien und müssen sich folglich in Italien umsatzsteuerlich registrieren.
Wie berechne ich die Umsatzsteuer bei Rechnungen an Geschäftskunden in anderen EU-Ländern außerhalb Italiens?
Wenn Sie an Geschäftskunden (B2B-Kunden) in einem anderen EU-Land verkaufen, müssen Sie keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen, sofern eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt ist. In Italien sind dies folgende Voraussetzungen, wie auf der Website der Steuerbehörde ausgeführt (einige Ausnahmen sind möglich, bitte klären Sie dies ab):

- Für Lieferung aus Italien an einen Kunden in einem anderen EU-Land beträgt die Umsatzsteuer 0 %, wo:

- Sie auf Ihrer Umsatzsteuer-Rechnung die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer Ihres Kunden einschließlich der aus 2 Buchstaben bestehenden Landeskennung angeben und dies in Ihren Akten aufbewahren und

- die Waren aus Italien an einen Zielort in einem anderen EU-Land gesendet oder transportiert werden und

- Sie einen rechtsgültigen kommerziellen Nachweis erhalten und aufbewahren, aus dem hervorgeht, dass die Waren Italien verlassen haben.

Es gibt eine Anzahl weiterer Voraussetzungen, die zu erfüllen sind, wie zum Beispiel zusätzliche spezifische Anforderungen bezüglich der Rechnungsstellung. Deshalb empfehlen wir Ihnen, einen Steuerberater zu konsultieren, bevor Sie Verkäufe an Geschäftskunden in einem anderen Land der EU tätigen.

Außerdem müssen weitere ergänzende Dokumente eingereicht werden, wie zum Beispiel eine Zusammenfassende Meldung (ein regelmäßiger Bericht an die Steuerbehörde, in dem die gesamten innergemeinschaftlichen Verkäufe aus Italien an umsatzsteuerlich registrierte Kunden in anderen EU-Ländern aufgeführt werden).
Nach welchem Verfahren kann die italienische Umsatzsteuer zurückgefordert werden?
Sobald Sie umsatzsteuerlich registriert sind und im Zuge Ihrer geschäftlichen Aktivitäten italienische Umsatzsteuer entrichten, können Sie diese Umsatzsteuer über Ihre Umsatzsteuererklärung rückerstattet bekommen, d. h. die bei Ihren Käufen/Kosten angefallene Umsatzsteuer kann mit der Umsatzsteuer verrechnet werden, die für Ihre Verkäufe fällig ist. Umsatzsteuer, die auf Kosten anfällt, wird Eingangsumsatzsteuer genannt. Es besteht die Möglichkeit der Umsatzsteuererstattung außerhalb des italienischen USt-Erstattungsprozesses, wenn Sie keinen Geschäftssitz in Italien haben und sich nicht in Italien registrieren müssen. Falls dies auf Sie zutrifft, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater zu wenden, um Einzelheiten bezüglich der zu erfüllenden Formalitäten zu erfahren.
Welche Umsatzsteuersätze gelten in Italien?
Wenn Sie Waren in Italien verkaufen, hängt der Prozentsatz der Umsatzsteuer von der Art der von Ihnen verkauften Waren ab. Derzeit sind die geltenden Umsatzsteuersätze 22 %, 10 % oder 4 %. Falls Sie Waren in Italien an gewerbliche Kunden (B2B-Kunden) mit Sitz in Italien verkaufen und Ihr Unternehmen keinen Sitz in Italien hat, ist Ihnen nicht gestattet, italienische Umsatzsteuer auf Ihren Rechnungen an diese Kunden zu berechnen. In einem solchen Fall muss der Kunde die fällige italienische Umsatzsteuer im Rahmen einer Selbstveranlagung in seinen regelmäßigen Umsatzsteuererklärungen angeben.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Steuerberater, wenn Sie nicht sicher sind, welche Umsatzsteuersätze für Ihre Produkte gelten.

5.2. Unternehmen, die außerhalb der EU ansässig sind

Ich verkaufe Produkte von außerhalb der EU in ein EU-Land (ich habe keinen Geschäftssitz in der EU und ich lagere keine Waren in der EU). Muss ich mich für die Umsatzsteuer registrieren?
Falls Sie Waren für den Weiterverkauf in die EU importieren, müssen Sie Einfuhrumsatzsteuer (und möglicherweise Einfuhrzoll) an die Steuerbehörden des Landes abführen, in das die Waren eingeführt werden. Bitte beachten Sie, dass Sie sich umsatzsteuerlich registrieren müssen, wenn Sie Waren in einem EU-Land lagern. Es gibt viele Möglichkeiten, die Einfuhrumsatzsteuer zu strukturieren und zu bezahlen. Falls Sie hierzu eine ausführlichere Beratung benötigen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater mit Umsatzsteuer-Erfahrungen zu wenden.

Tipp: Wenn Sie auf mehreren europäischen Amazon Marketplace-Sites verkaufen, beachten Sie bitte, dass Sie in verschiedenen EU-Ländern umsatzsteuerpflichtig sein können und daher möglicherweise verschiedene Umsatzsteuer-Identifikationsnummern in verschiedenen Ländern beantragen müssen. Wenden Sie sich bei Fragen zu Ihren umsatzsteuerlichen Pflichten in der EU an Ihren Steuerberater.
Obwohl mein Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU hat, lagere ich im Rahmen meiner Geschäftstätigkeit Waren in Italien und verkaufe nur an Kunden, die in Italien ansässig sind. Muss ich mich in Italien umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Waren in Italien lagern und diese Waren an Kunden verkaufen und liefern, die in Italien ansässig sind, müssen Sie sich unverzüglich in Italien umsatzsteuerlich registrieren (ab dem Augenblick, in dem die Waren in Italien eintreffen). Bitte beachten Sie, dass ein außerhalb der EU ansässiges Unternehmen eventuell auch einen Steuervertreter in Italien ernennen muss. In gleicher Weise verhält es sich, wenn Sie Waren in einem anderen EU-Land lagern. Dann müssen Sie sich auch in diesem Land für die Umsatzsteuer registrieren.
Obwohl mein Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU hat, lagere ich im Rahmen meiner Geschäftstätigkeit Waren in Italien und verkaufe an Kunden, die außerhalb Italiens ansässig sind. Muss ich mich in Italien umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Waren in Italien lagern und diese Waren an Kunden verkaufen und liefern, die nicht in Italien ansässig sind, müssen Sie sich sofort umsatzsteuerlich registrieren. Bitte beachten Sie, dass ein außerhalb der EU ansässiges Unternehmen eventuell auch einen Steuervertreter in Italien ernennen muss. Wenn Sie Waren in Italien lagern und diese Waren an Privatpersonen in anderen EU-Ländern verkaufen und liefern (dies wird oft als grenzüberschreitender Fernabsatz bezeichnet), müssen Sie sich möglicherweise auch in den EU-Ländern für die Umsatzsteuer registrieren, in denen die Waren in Empfang genommen werden.
Obwohl mein Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU hat und ich keine Waren in Italien lagere, verkaufe ich sie direkt an Kunden mit Sitz in Italien, wobei der Versand von einem Ort außerhalb der EU erfolgt. Muss ich mich in Italien umsatzsteuerlich registrieren?
Falls Sie Waren für den Weiterverkauf in die EU importieren, müssen Sie Einfuhrumsatzsteuer (und möglicherweise Einfuhrzoll) an die Steuerbehörden des Landes abführen, in das die Waren eingeführt werden. Es gibt viele Möglichkeiten, die Einfuhrumsatzsteuer zu strukturieren und zu bezahlen. Falls Sie hierzu eine ausführlichere Beratung benötigen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater mit Erfahrungen in der italienischen Umsatzsteuer zu wenden.

5.3. Unternehmen, die in einem EU-Land ansässig sind

Ich verkaufe Produkte von einem EU-Land in ein anderes Land der EU. Wo muss ich mich umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Produkte aus einem EU-Mitgliedstaat in einen anderen verkaufen, sollten Sie sich bewusst sein, dass der Steuersatz von Land zu Land verschieden sein kann. Wenn Sie Ihre Waren in einem Land der EU lagern, müssen Sie sich in diesem EU-Land umsatzsteuerlich registrieren, sobald Ihr Umsatz den Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung übersteigt (sofern es einen solchen Schwellenwert gibt). Wenn Sie außerdem Ihre eigenen Waren aus einem Land der EU in ein anderes EU-Land transferieren oder wenn Versand durch Amazon Ihre Waren aus einem Logistikzentrum in ein anderes Land überführt, wo Ihre Produkte gelagert werden, kann dieser Transfer ebenfalls als umsatzsteuerpflichtige Transaktion behandelt werden. Sie sind dafür verantwortlich, allen geltenden Umsatzsteuerpflichten in den Ländern der Amazon Marketplace-Websites, in Ländern, aus denen Sie Ihre Produkte versenden, in Ländern, in Sie Ihre Produkte liefern bzw. versenden, sowie in weiteren Ländern (z. B. Einfuhrland im Fall des Imports von Produkten von außerhalb der EU) nachzukommen.

Bitte beachten Sie hierzu auch den obigen Abschnitt über den grenzüberschreitenden Fernabsatz.

Tipp: Wenn Sie auf mehreren europäischen Amazon Marketplace-Sites verkaufen, beachten Sie bitte, dass Sie in verschiedenen EU-Ländern umsatzsteuerpflichtig sein können und daher möglicherweise verschiedene Umsatzsteuer-Identifikationsnummern in verschiedenen Ländern beantragen müssen. Wenden Sie sich bei Fragen zu Ihren umsatzsteuerlichen Pflichten in der EU an Ihren Steuerberater.
Meine Geschäftsadresse ist in Italien und ich verkaufe Waren an Kunden, die in Italien ansässig sind. Muss ich mich in Italien umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Waren in Italien lagern und diese Waren ausschließlich an Kunden verkaufen und liefern, die in Italien ansässig sind, müssen Sie sich umsatzsteuerlich registrieren, sobald Ihre Verkäufe den italienischen Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung überschreiten. Um Näheres über den in Ihrem Fall geltenden Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung zu erfahren, informieren Sie sich bitte auf der Website der italienischen Steuerbehörde.

Wenn Sie diese Waren zusätzlich an Verbraucher in anderen EU-Ländern verkaufen und liefern (dies wird oft als grenzüberschreitender Fernabsatz bezeichnet), müssen Sie sich möglicherweise auch in den EU-Ländern für die Umsatzsteuer registrieren, in denen die Waren in Empfang genommen werden.
Meine Geschäftsadresse ist in einem anderen EU-Land und ich verkaufe Waren an Kunden, die in Italien ansässig sind. Muss ich mich in Italien umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Waren in einem anderen Land der EU lagern und diese Waren an Privatpersonen verkaufen, die in Italien ansässig sind, müssen Sie sich in Italien für die Umsatzsteuer registrieren, wenn Sie den italienischen Fernabsatz-Schwellenwert überschreiten. Falls Sie Waren in einem anderen EU-Land lagern und Ihre eigenen Waren an einen Lagerort in Italien transferieren (entweder unter Ihrer eigenen Regie oder via Amazon), kann sich die Notwendigkeit der Umsatzsteuerregistrierung in Italien ergeben.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite stellen keine steuerliche, rechtliche oder sonstige professionelle Beratung dar und dürfen nicht als solche verwendet werden.

6. Umsatzsteuer in Spanien

6.1 Wie wird die Umsatzsteuer berechnet und erstattet?

Wie wird die Umsatzsteuer berechnet und erstattet?
Um Umsatzsteuer in Rechnung stellen zu können, müssen Sie umsatzsteuerlich registriert sein und eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) erhalten haben (s. den nachfolgenden Abschnitt zu den Anforderungen der Umsatzsteuerregistrierung).

Sobald Sie umsatzsteuerlich registriert sind, unterliegen Sie dem Umsatzsteuerrecht des Landes, in dem Sie registriert sind. Dies bedeutet normalerweise, dass Sie (wo zutreffend) bei Ihren Verkäufen die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) mit in Rechnung stellen und diese Umsatzsteuer auf einer rechtskonformen Rechnung ausweisen müssen (bitte wenden Sie sich bezüglich spezifischem Rat zu den Anforderungen der Rechnungsstellung an Ihren Steuerberater).

Der Umsatzsteuerbetrag, den Sie Ihren Kunden berechnet haben und einer lokalen Steuerbehörde schuldig sind, kann mit der Umsatzsteuer verrechnet werden, die bei Ihren geschäftlichen Käufen bzw. Kosten angefallen ist (bitte informieren Sie sich bei einem Steuerberater darüber, auf welche Ausgaben die Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer rückerstattet werden kann). Wenn Ihnen zum Beispiel bei einem Kauf die spanische Umsatzsteuer einschließlich Einfuhrumsatzsteuer berechnet wurde, können Sie diesen Betrag bei einer Umsatzsteuererklärung in Spanien mit der Umsatzsteuer verrechnen, die auf Ihre Verkäufe in dem Land anfällt.

Der an die Steuerbehörde zu zahlende Umsatzsteuerbetrag ist der Nettowert Ihrer spanischen Ausgangsumsatzsteuer (auf Verkäufe) abzüglich des Betrags Ihrer spanischen Eingangsumsatzsteuer bzw. Vorsteuer (Käufe), der erstattungsfähig ist.

Denken Sie bitte daran, sich über die Umsatzsteuermeldepflichten und die Anforderungen zur Rechnungsstellung mit Umsatzsteuer in jedem Land, in dem Sie sich registrieren, zu informieren. Obwohl diese Anforderungen ähnlich sind, kann es doch beträchtliche Unterschiede geben. Bitte beachten Sie den nachfolgenden Abschnitt 1.5 bezüglich der Rechnungsstellung mit Umsatzsteuer.
Wie stelle ich eine ordnungsgemäße spanische Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer-Rechnung) aus?
Wenn Sie eine spanische Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) ausstellen müssen, muss diese gemäß rechtlicher Vorschriften ein Minimum an Informationen enthalten. Diese Informationen sind (Ausnahmen sind möglich, bitte klären Sie dies ab):

- Name und Adresse des Lieferanten;

- Name und Adresse des Empfängers der Lieferung;

- Ausstellungsdatum der Rechnung;

- Rechnungsnummer (fortlaufende Nummerierung);

- Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Lieferanten;

- Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Kunden, sofern dieser umsatzsteuerlich registriert ist (dies ist bei der grenzüberschreitenden Lieferung von Waren/Dienstleistungen an Geschäftskunden bzw. B2B-Kunden sowie bei inländischen Verkäufen in Spanien erforderlich, bei denen der Kunde der spanischen Umsatzsteuer unterliegt);

- Menge und Preis pro Einheit der gelieferten Waren/Dienstleistungen und der jeweils geltende Umsatzsteuersatz;

- Handelsbezeichnung der gelieferten Waren oder Dienstleistungen;

- Datum (mindestens der Kalendermonat) der Lieferung und Datum des Eingangs von Anzahlungen (falls bekannt);

- das Entgelt (Nettobetrag ohne Umsatzsteuer), aufgeschlüsselt nach Posten mit Standard- und ermäßigtem Umsatzsteuer-Satz sowie

- Preisnachlass (falls zuvor vereinbart); und

- der Umsatzsteuerbetrag mit angewandtem USt-Satz oder, falls eine Steuerbefreiung vorliegt, ein Hinweis darauf, dass das Entgelt von der Umsatzsteuer befreit ist (z. B. im Fall der innergemeinschaftlichen Lieferung oder der Exportlieferung von Waren).
Dieser Wert, der auch als Schwellenwert für den grenzüberschreitenden Fernabsatz oder Fernabsatz-Schwellenwert bezeichnet wird, ist ein Wert in Euro, der von jedem EU-Land festgelegt wird. Wenn Ihre Fernabsatz-Umsatzerlöse den Schwellenwert des Landes überschreiten, müssen Sie sich in diesem Land umsatzsteuerlich registrieren und die dortige Umsatzsteuer in Rechnung stellen. Gemäß den Regelungen für den grenzüberschreitenden Fernabsatz können Sie sich dazu entscheiden, vom Beginn Ihrer Verkaufsaktivitäten an die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes zu berechnen. Beispiel: Wenn Sie Waren in Deutschland lagern und diese an Privatkunden in Frankreich verkaufen, müssen Sie den Fernabsatz-Schwellenwert in Frankreich berücksichtigen, unabhängig davon, ob sich Ihr Geschäftssitz außerhalb der EU befindet. Der Unterschied beim Geschäftssitz wirkt sich nur auf die Anforderungen der umsatzsteuerlichen Registrierung in Deutschland aus, d. h. wenn Sie Waren in Deutschland lagern, unterliegen Sie denselben Regelungen bezüglich Umsatzsteuererklärungen wie ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland.

Um zu ermitteln, ob Sie sich gemäß den Fernabsatz-Regelungen umsatzsteuerlich registrieren müssen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater zu wenden.
Wann stelle ich die Umsatzsteuer spanischen Kunden in Rechnung?
Wenn Sie in Spanien umsatzsteuerlich registriert sind und Waren in dem Land verkaufen, müssen Sie Ihren Kunden die spanische Umsatzsteuer in Rechnung stellen (s. den nachfolgenden Abschnitt bezüglich der USt-Sätze, die Sie gegebenenfalls berechnen müssen). Dies wird auch als Ihre Ausgangsumsatzsteuer bezeichnet.

Wenn Sie an einen Geschäftskunden (B2B-Kunden) in Spanien verkaufen, sind Sie verpflichtet, eine zum Umsatzsteuergesetz konforme Rechnung auszustellen (s. den obigen Abschnitt bezüglich Details zu Umsatzsteuer-Rechnungen). Wenn Sie an private Verbraucher (B2C-Kunden) verkaufen, sind Sie rechtlich nicht verpflichtet, für inländische Lieferungen in Spanien eine rechtskonforme Umsatzsteuer-Rechnung auszustellen; es ist jedoch gängige Praxis, eine solche Rechnung auf Anfrage bereitzustellen. Im Fall des grenzüberschreitenden Fernabsatzes an spanische Privatkunden bzw. B2C-Kunden (aus Lagerbestand in einem anderen EU-Land) ist immer eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer erforderlich.

Die Umsatzsteuer, die Sie auf Ihre Verkäufe erheben, wird dem lokalen Finanzamt mittels einer Umsatzsteuererklärung mitgeteilt, die monatlich, vierteljährlich oder jährlich eingereicht wird. Der Umsatzsteuerbetrag, den Sie dem lokalen Finanzamt schuldig sind, kann mit der Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer verrechnet werden, die bei Ihren Käufen/Kosten anfällt (d. h. wo Ihnen spanische Umsatzsteuer einschließlich Einfuhrumsatzsteuer berechnet wurde). Dies wird auch als Eingangsumsatzsteuer bezeichnet. Der an das Finanzamt zu zahlende Umsatzsteuerbetrag ist der Nettowert Ihrer Ausgangsumsatzsteuer abzüglich des Betrags der Eingangsumsatzsteuer, der erstattungsfähig ist.

Die vorstehenden Informationen bieten einen eingeschränkten, allgemeinen Überblick. Wir empfehlen Ihnen, sich bezüglich der Erstellung und Einreichung Ihrer Umsatzsteuererklärungen an einen Steuerberater zu wenden.
Wie berechne ich die Umsatzsteuer bei Rechnungen an Privatkunden außerhalb Spaniens?
Wenn Sie Waren grenzüberschreitend aus einem Lagerbestand in Spanien an Privatkunden (B2C-Verbraucher) in anderen EU-Ländern verkaufen (Beispiel: Sie verkaufen aus Spanien in ein anderes Land der EU) und im Land des Empfängers noch nicht umsatzsteuerlich registriert sind, haben Sie die spanische Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen. In diesem Fall müssen Sie die Umsatzsteuer in gleicher Weise berechnen und melden wie für Ihre Inlandsverkäufe im Vereinigten Königreich (s. den obigen Abschnitt). Bitte beachten Sie, dass Sie für grenzüberschreitende Verkäufe, die der spanischen Umsatzsteuer unterliegen, immer eine zum spanischen Umsatzsteuergesetz konforme Rechnung ausstellen müssen.

Wenn Sie jedoch in einem anderen EU-Land den Schwellenwert für den grenzüberschreitenden Fernabsatz überschreiten, müssen Sie sich in diesem Land für die Umsatzsteuer registrieren. Das bedeutet, dass Sie bei dieser Art von Verkäufen nicht mehr die spanische Umsatzsteuer, sondern die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes in Rechnung stellen müssen. Wenn Sie zum Beispiel Waren in Deutschland lagern und mit dem Verkauf dieser Artikel an Privatkunden in Spanien beginnen, müssen Sie die deutsche Umsatzsteuer berechnen. Sobald deutlich wird, dass Sie den Fernabsatz-Schwellenwert in Spanien überschreiten werden, müssen Sie bei den spanischen Steuerbehörden einen Antrag auf umsatzsteuerliche Registrierung in Spanien stellen. Sie müssen dann bei Verkäufen an Privatkunden in Spanien die spanische Umsatzsteuer berechnen (d. h. spanische Umsatzsteuer-Rechnungen ausstellen und italienische Umsatzsteuererklärungen einreichen).

Im Rahmen des Fernabsatzes bzw. Distanzhandels können Sie sich auch dazu entscheiden, Ihre Verkäufe im Bestimmungsland der Lieferungen zu versteuern (bevor Sie den Fernabsatz-Schwellenwert überschreiten). Wird diese Wahl getroffen, muss die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes erhoben werden und es gelten dann die Anforderungen dieses Landes in Bezug auf die Rechnungsstellung.

Wenn Sie die Waren vor dem Verkauf im EU-Land des Verbrauchers lagern, gilt dies nicht als Fernabsatz. Ein Beispiel: Wenn Sie an spanische Kunden verkaufen und diese Käufer mit Waren beliefern, die schon in Spanien lagern, tätigen Sie einen Inlandsverkauf in Spanien und müssen sich folglich in Spanien umsatzsteuerlich registrieren.
Wie berechne ich die Umsatzsteuer bei Rechnungen an Geschäftskunden in anderen EU-Ländern außerhalb Spaniens?
Wenn Sie an Geschäftskunden (B2B-Kunden) in einem anderen EU-Land verkaufen, müssen Sie keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen, sofern eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt ist. In Spanien sind dies folgende Voraussetzungen, wie auf der Website der Steuerbehörde ausgeführt (einige Ausnahmen sind möglich, bitte klären Sie dies ab):

- Für Lieferung aus Spanien an einen Kunden in einem anderen EU-Land beträgt die Umsatzsteuer 0 %, wo:

- Sie auf Ihrer Umsatzsteuer-Rechnung die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer Ihres Kunden einschließlich der aus 2 Buchstaben bestehenden Landeskennung angeben und

- die Waren aus Spanien an einen Zielort in einem anderen EU-Land gesendet oder transportiert werden und

- Sie einen rechtsgültigen kommerziellen Nachweis erhalten und aufbewahren, aus dem hervorgeht, dass die Waren Spanien verlassen haben.

Es gibt eine Anzahl weiterer Voraussetzungen, die zu erfüllen sind, wie zum Beispiel zusätzliche spezifische Anforderungen bezüglich der Rechnungsstellung. Deshalb empfehlen wir Ihnen, einen Steuerberater zu konsultieren, bevor Sie Verkäufe an Geschäftskunden in einem anderen Land der EU tätigen.

Außerdem müssen weitere ergänzende Dokumente eingereicht werden, wie zum Beispiel eine Zusammenfassende Meldung (ein regelmäßiger Bericht an die Steuerbehörde, in dem die gesamten innergemeinschaftlichen Verkäufe aus Spanien an umsatzsteuerlich registrierte Kunden in anderen EU-Ländern aufgeführt werden).
Welche Umsatzsteuersätze gelten in Spanien?
Wenn Sie Waren in Spanien verkaufen, hängt der Prozentsatz der Umsatzsteuer von der Art der von Ihnen verkauften Waren ab. Derzeit sind die geltenden Umsatzsteuersätze 21 %, 10 % oder 4 %. Falls Sie Waren in Spanien an gewerbliche Kunden (B2B-Kunden) mit Sitz in Spanien verkaufen und Ihr Unternehmen keinen Sitz in Spanien hat, ist Ihnen nicht gestattet, spanische Umsatzsteuer auf Ihren Rechnungen an diese Kunden zu berechnen. In einem solchen Fall muss der Kunde die fällige spanische Umsatzsteuer im Rahmen einer Selbstveranlagung in seinen regelmäßigen Umsatzsteuererklärungen angeben.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Steuerberater, wenn Sie nicht sicher sind, welche Umsatzsteuersätze für Ihre Produkte gelten.

6.2. Unternehmen, die außerhalb der EU ansässig sind

Ich verkaufe Produkte von außerhalb der EU in ein EU-Land (ich habe keinen Geschäftssitz in der EU und ich lagere keine Waren in der EU). Muss ich mich für die Umsatzsteuer registrieren?
Falls Sie Waren für den Weiterverkauf in die EU importieren, müssen Sie Einfuhrumsatzsteuer (und möglicherweise Einfuhrzoll) an die Steuerbehörden des Landes abführen, in das die Waren eingeführt werden. Bitte beachten Sie, dass Sie sich umsatzsteuerlich registrieren müssen, wenn Sie Waren in einem EU-Land lagern. Es gibt viele Möglichkeiten, die Einfuhrumsatzsteuer zu strukturieren und zu bezahlen. Falls Sie hierzu eine ausführlichere Beratung benötigen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater mit Umsatzsteuer-Erfahrungen zu wenden.

Tipp: Wenn Sie auf mehreren europäischen Amazon Marketplace-Sites verkaufen, beachten Sie bitte, dass Sie in verschiedenen EU-Ländern umsatzsteuerpflichtig sein können und daher möglicherweise verschiedene Umsatzsteuer-Identifikationsnummern in verschiedenen Ländern beantragen müssen. Wenden Sie sich bei Fragen zu Ihren umsatzsteuerlichen Pflichten in der EU an Ihren Steuerberater.
Obwohl mein Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU hat und ich keine Waren in Spanien lagere, verkaufe ich sie direkt an Kunden mit Sitz in Spanien, wobei der Versand von einem Ort außerhalb der EU erfolgt. Muss ich mich in Spanien umsatzsteuerlich registrieren?
Falls Sie Waren für den Weiterverkauf in die EU importieren, müssen Sie Einfuhrumsatzsteuer (und möglicherweise Einfuhrzoll) an die Steuerbehörden des Landes abführen, in das die Waren eingeführt werden. Es gibt viele Möglichkeiten, die Einfuhrumsatzsteuer zu strukturieren und zu bezahlen. Falls Sie hierzu eine ausführlichere Beratung benötigen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater mit Erfahrungen in der spanischen Umsatzsteuer zu wenden.
How do I know if I need to pay customs duty and import VAT when importing goods into the EU?
Fernabsatz findet statt, wenn Sie Waren aus einem EU-Land an Privatpersonen in einem anderen EU-Land verkaufen und liefern. Gemäß den allgemeinen Umsatzsteuerregelungen der EU unterliegen solche Warenverkäufe dem Umsatzsteuersatz des Landes, aus dem verkauft und versandt wird. Dies widerspricht den Grundlagen der Umsatzsteuer, nach denen die Umsatzsteuer im Land des Verbrauchers erhoben werden sollte. Die Umsatzsteuerregelungen für den grenzüberschreitenden Fernabsatz stellen sicher, dass die Umsatzsteuer im Land des Verbrauchers erhoben wird, sobald die B2C-Verkäufe in ein EU-Land (aus einem anderen EU-Land) einen bestimmten Wert überschreiten.

Dieser Wert, der auch als Schwellenwert für den grenzüberschreitenden Fernabsatz oder Fernabsatz-Schwellenwert bezeichnet wird, ist ein Wert in Euro, der von jedem EU-Land festgelegt wird. Wenn Ihre Fernabsatz-Umsatzerlöse den Schwellenwert des Landes überschreiten, müssen Sie sich in diesem Land umsatzsteuerlich registrieren und die dortige Umsatzsteuer in Rechnung stellen. Gemäß den Regelungen für den grenzüberschreitenden Fernabsatz können Sie sich dazu entscheiden, vom Beginn Ihrer Verkaufsaktivitäten an die Umsatzsteuer des Bestimmungslandes zu berechnen. Beispiel: Wenn Sie Waren in Deutschland lagern und diese an Privatkunden in Frankreich verkaufen, müssen Sie den Fernabsatz-Schwellenwert in Frankreich berücksichtigen, unabhängig davon, ob sich Ihr Geschäftssitz außerhalb der EU befindet. Der Unterschied beim Geschäftssitz wirkt sich nur auf die Anforderungen der umsatzsteuerlichen Registrierung in Deutschland aus, d. h. wenn Sie Waren in Deutschland lagern, unterliegen Sie denselben Regelungen bezüglich Umsatzsteuererklärungen wie ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland.

Um zu ermitteln, ob Sie sich gemäß den Fernabsatz-Regelungen umsatzsteuerlich registrieren müssen, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Steuerberater zu wenden.

6.3. Unternehmen, die in einem EU-Land ansässig sind

Ich verkaufe Produkte von einem EU-Land in ein anderes Land der EU. Wo muss ich mich umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Produkte aus einem EU-Mitgliedstaat in einen anderen verkaufen, sollten Sie sich bewusst sein, dass der Steuersatz von Land zu Land verschieden sein kann. Wenn Sie Ihre Waren in einem Land der EU lagern, müssen Sie sich in diesem EU-Land umsatzsteuerlich registrieren, sobald Ihr Umsatz den Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung übersteigt (sofern es einen solchen Schwellenwert gibt). Wenn Sie außerdem Ihre eigenen Waren aus einem Land der EU in ein anderes EU-Land transferieren oder wenn Versand durch Amazon Ihre Waren aus einem Logistikzentrum in ein anderes Land überführt, wo Ihre Produkte gelagert werden, kann dieser Transfer ebenfalls als umsatzsteuerpflichtige Transaktion behandelt werden. Sie sind dafür verantwortlich, allen geltenden Umsatzsteuerpflichten in den Ländern der Amazon Marketplace-Websites, in Ländern, aus denen Sie Ihre Produkte versenden, in Ländern, in Sie Ihre Produkte liefern bzw. versenden, sowie in weiteren Ländern (z. B. Einfuhrland im Fall des Imports von Produkten von außerhalb der EU) nachzukommen.

Bitte beachten Sie hierzu auch den obigen Abschnitt über den grenzüberschreitenden Fernabsatz.

Tipp: Wenn Sie auf mehreren europäischen Amazon Marketplace-Sites verkaufen, beachten Sie bitte, dass Sie in verschiedenen EU-Ländern umsatzsteuerpflichtig sein können und daher möglicherweise verschiedene Umsatzsteuer-Identifikationsnummern in verschiedenen Ländern beantragen müssen. Wenden Sie sich bei Fragen zu Ihren umsatzsteuerlichen Pflichten in der EU an Ihren Steuerberater.
Meine Geschäftsadresse ist in Spanien und ich verkaufe Waren an Kunden, die in Spanien ansässig sind. Muss ich mich in Spanien umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Waren in Spanien lagern und diese Waren ausschließlich an Kunden verkaufen und liefern, die in Spanien ansässig sind, müssen Sie sich umsatzsteuerlich registrieren, sobald Ihre Verkäufe den spanischen Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung überschreiten. Um Näheres über den in Ihrem Fall geltenden Schwellenwert für die Umsatzsteuerregistrierung zu erfahren, informieren Sie sich bitte auf der Website der spanischen Steuerbehörde.

Wenn Sie diese Waren zusätzlich an Verbraucher in anderen EU-Ländern verkaufen und liefern (dies wird oft als grenzüberschreitender Fernabsatz bezeichnet), müssen Sie sich möglicherweise auch in den EU-Ländern für die Umsatzsteuer registrieren, in denen die Waren in Empfang genommen werden.
Meine Geschäftsadresse ist in einem anderen EU-Land und ich verkaufe Waren an Kunden, die in Spanien ansässig sind. Muss ich mich in Spanien umsatzsteuerlich registrieren?
Wenn Sie Waren in einem anderen Land der EU lagern und diese Waren an Privatpersonen verkaufen, die in Spanien ansässig sind, müssen Sie sich in Spanien für die Umsatzsteuer registrieren, wenn Sie den spanischen Fernabsatz-Schwellenwert überschreiten. Falls Sie Waren in einem anderen EU-Land lagern und Ihre eigenen Waren an einen Lagerort in Spanien transferieren (entweder unter Ihrer eigenen Regie oder via Amazon), kann sich die Notwendigkeit der Umsatzsteuerregistrierung in Spanien ergeben.

Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite stellen keine steuerliche, rechtliche oder sonstige professionelle Beratung dar und dürfen nicht als solche verwendet werden.
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